Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

City of Bones | City of Ashes | City of Glass
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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 12:16

Hier lest ihr nun die BeitrÀge aus dem Schreibwettbewerb. Die BeitrÀge sind nicht nach Platzierung sortiert. Hier sind nur die Geschichten veröffentlicht, deren Verfasser der Einstellung ins Forum zugestimmt haben.
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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:05

Fortsetzung von City of Bones S.310 nach dem GesprÀch mit Alec

Clary rieb sich die gequetschten Arme und starrte ihm nach. Sie war entsetzt darĂŒber, was sie getan hatte. Großartige Leistung, Clary. Jetzt hasst er dich Wirklich.
Gerade wollte sie sich umdrehen, um in ihr Zimmer zu gehen, als Jace den Flur entlang kam. Er trug immer noch seine schmutzigen Kleidung und humpelte ein wenig, ansonsten wirkt er vollkommen gesund. Als er sie erreicht hatte fragte sie: „ Hat Hodge dich schon behandelt?“ Er antwortete mit einem schiefen LĂ€cheln.„ Nein, er kĂŒmmert sich erst um die Ratte. Ich wollte-“, sein Blick fiel auf die roten Stellen, an Clarys Armen, die Alecs HĂ€nde hinterlassen hatten. „Was hast du an deinen Armen gemacht?“, erkundigte er sich misstrauisch und noch etwas lag in seiner Stimme. Besorgnis? Clary durchforstete ihr Gehirn nach einer glaubwĂŒrdigen Ausrede doch ihr wollte nicht einfallen.Und die Tatsache, dass Jace mit seinen schlanken Fingern die roten Stellen untersuchte förderte ihre Konzentration nicht gerade. Sie konnte ihm nicht erzĂ€hlen, was zwischen ihr und Alec vorgefallen war, damit wĂŒrde sie alles nur verschlimmern. „Nun?“, fragte er und schaute sie mit seinen Augen aus flĂŒssigem Gold durchdringend an. Clary biss sich auf die Lippe- wie verrĂ€terisch dachte sie, wĂŒtend auf sich selbst. Er musste merken dass etwas nicht stimme. „ Ähmm... ich.. bin hingefallen! Ich weiß klingt komisch, deshalb wollte ich es nicht sagen“
„Du bist die miserabelste LĂŒgnerin der Geschichte, Clarissa. Ich hoffe das ist dir bewusst. Warum sagst du mir nicht einfach die Wahrheit? Hat es was mit Alec zu tun?“
„ Woher?“, begann Clary doch Jace unterbrach sie bevor sie weiter sprechen konnte. „ Er ist mir begegnet, sah wĂŒtend aus. Hat er dir etwas getan? Ich hab dir doch gesagt er schlĂ€gt zurĂŒck, aber du hörst ja nie.“, tadelte er Clary gelassen. Offenbar redete er es nur dahin und glaubte nicht daran, was er sagte, doch Clary entging diese Tatsache. „Ehrlich gesagt habe ich ihn ziemlich provoziert, es war meine Schuld.“, murmelte Clary klein laut. Jace schaute sie entgeistert an. „ Alec hat dich geschlagen? Wie konnte dieser Mistkerl es wagen dich auch nur an zufassen. Ich werde sofort-“
„ Gar nichts wirst du!“, unterband Clary ihn. „ Es ist meine Schuld ich habe ihm Dinge an den Kopf geworfen, fĂŒr die ich mich selbst hasse, bitte Jace.“, sagte sie eindringlich. „ Bleib hier, geh nicht zu ihm und beruhige dich. Mir geht es gut, die Flecken auf meinen Armen sind schon verschwunden.“ Er schaute sie einen Moment lang ausdruckslos an, dann nickte er. „ Gut“, stimmte er zu, aber ich werde mit ihm reden, ruhig und gesittete ein GesprĂ€ch zwischen Freunden, einverstanden?“ Clary nickte, heilfroh ĂŒber seine Reaktion. „Tut dir noch was weh? Alec schien ja richtig wĂŒtend gewesen zu sein. Mich wĂŒrde brennend interessieren wie du das hin bekommen hast.“, er lĂ€chelte sanft. „ Mir geht’s gut, hab nur etwas kopfschmerzen, ich sollte mich gleich hinlegen.“ sie hob ihre Hand um ihren Hinterkopf zu befĂŒhlen, mit dem sie an die wand geschlagen war. „Und ich denke du wirst nicht erfahren was ich zu ihm gesagt habe.“, fĂŒgte sie hinzu. Jace bemerkte wie sie fĂŒr einen kurzen Moment ihr Gesicht schmerzerfĂŒllt verzerrte, als sie eine Stelle an ihrem Kopf befĂŒhlte. „ Was ist los?“, fragte er und hob seine Hand und tastet vorsichtig die stelle ab. „ Du hast eine richtige Beule!Sicher, dass ich nicht zu Alec darf?“
„ Definitiv!“ Jaces Hand glitt von ihrem Kopf hinunter in ihren Nacken, wo sie liegen blieb. „ Wenn du dir so sicher bist, dann nicht.“, sagte er leise und beugte sich nĂ€her zu ihr herunter bis sie nur noch einige Zentimeter von einander entfernt waren. Clarys Herz begann zu rasen. Gerade als sie ihre Hand hob, um Jace eine HaarstrĂ€hne aus dem Gesicht zu streichen, ließ sie ein hĂŒsteln, dass Dolores Umbridge alle ehre gemacht hĂ€tte zusammen fahren. Jace wandte seelenruhig den Kopf, blieb aber wo er war, und schaute sich nach dem Ursprung des GerĂ€usch um. Izzy stand hinter uns, mit einer Mischung aus peinlicher BerĂŒhrung und strahlenden LĂ€cheln auf dem Gesicht. Jace wandte mit zusammen gebissen ZĂ€hnen seinen Kopf wieder mir zu und sagte ohne den blick von mir abzuwenden : „ Izzy, wie du siehst sind wir beschĂ€ftigt, könntest du mich bitte entschuldigen?“ Ich konnte Izzys Gesichtsausdruck nicht sehen, da Jaces Oberarme mir die Sicht nahm. „ Tut mir echt Leid, aber Hodge ist mit Simon fertig, er hat mich geschickt dich zu holen.“ Sie klang, als schwankte sie zwischen Belustigung und Ärger. Jace stieß sich von der Wand ab und ging den Korridor entlang, nicht ohne Clary noch einen bedauernden Blick zu zuwerfen. Isabelle folgte ihm wortlos. Clary blieb dort stehen wo die beiden sie zurĂŒck gelassen hatten und versuchte zu versteh was gerade passiert war. Jace hatte sich ernsthaft sorgen um sie gemacht,in seiner Stimme lag die ganze zeit keine Spur von Sarkasmus oder Hohn. Und Sie waren kurz davor gewesen sich zu kĂŒssen. Warum war Izzy nur gerade in diesem Augenblick da gewesen, dachte sie wĂŒtend und belustigt. Clary machte sich auf ihr weg in ihr Zimmer, Simon wollte doch vorbei kommen, nachdem er behandelt wurde.

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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:08

Minuriel

Clary schnaufte, als sie den schweren Karton die Verandatreppe vor Lukes Haus hochhiefte. „Mom?“, rief sie, „Mom, wo soll der Karton hin?“ Ihre Mutter kam mit leuchtend rotem Kopf aus dem Schlafzimmer und fuhr sich ungeschickt durch das offene Haar. Insgeheim grinste Clary. Jocelyn war seit dem den Geschehnissen in Idris völlig verĂ€ndert. Positiv, aber verĂ€ndert.
Clary folgte ihrer Mutter in ihr Atelier. Jocelyn hatte Lukes altes Arbeitszimmer geteilt- eine HĂ€lfte Atelier, eine HĂ€lfte BĂŒro, damit man, wie sie sagte, „die Pflicht mit dem Spaß zu verbinden.“
„Sag mal, SĂŒĂŸe, in welcher Farbe soll eigentlich dein Zimmer werden? Du brauchst es zwar nur am Wochenende, aber ich finde, dass es trotzdem wichtig ist!“ Clary blickte von einem Buch ĂŒber moderne Malerei und einem Bund Pinsel, die sie grade in der Hand hielt, auf und
spĂŒrte, wie ihr die Röte in die Wangen stieg. Sie wollt nĂ€mlich mit ihrer Mom auch darĂŒber reden- nicht ĂŒber die Farbe, mehr ĂŒber die Bewohner des Zimmers. „Mom, ich finde, du solltest das entscheiden. Aber...da gibt es noch was, ĂŒber das ich mit dir reden wolle...Und, ich bin nicht enttĂ€uscht oder so, wenn du das nicht billigst, ich finde dann eine andere Lösung!“ Jocelyn seufzte.
„Darf Jace mit einziehen?“, sprudelte es aus Clary heraus. Sie schlug die Hand vor den Mund und blickte ihre Mom unsicher an. Sie war auf alles gefasst. Aber es kam ganz anders.
Jocelyn lachte lauthals los, doch als sie das vorwurfsvolle Gesicht ihrer Tochter sah, verstummte sie, ein stummes Schmunzeln auf den Lippen.
„Na ja, Schatz, hĂ€tte ich nicht damals selbst in einer ganz Ă€hnlichen Situation gesteckt, wĂŒrde ich es sicher verbieten, aber, ich weiß ja, wie sehr du Jace magst, und selbst, wenn ich nicht zustimmen wĂŒrde, wĂ€re er jedes Wochenende hier, also...Ich rede mit Luke.“

Als Clary das Institut betrat, strahlte sie ĂŒber das ganze Gesicht. Jocelyn und Luke hatten nach einigem Zögern zugestimmt , so lange es doch bitte nicht zu „AusfĂ€llen“ jeglicher Art kĂ€me, was bedeuten sollte, Forsakenscharen im Badezimmer, irgendwelche unheimlichen Verwicklungen in Erwachsenenangelegenheiten anging, die im Wohnzimmer ausgefochten werden sollten oder eben „bestimmte andere Dinge, die Erwachsene manchmal tun, wenn sie allein sind“. Bei dieser Bedingung hatten Luke und Jocelyn sich angesehen und ihre Gesichtsfarbe Ă€nderte sich deutlich ins rötliche.
Schnell schlĂŒpfte Clary aus Jace`s Trenchcoat, den sie auf der Treppe ablegte, bevor sie deren Stufen hinaufstĂŒrmte, nicht aber ohne Izzy einen Kuss auf die Wange und Alec eine herzhafte Umarmung gegeben hatte. Als sie vor Jace`s Zimmer stand klopfte ihr Herz wie wild aber sie gönnte ihrem Körper einen kurzen Moment der Erholung.
Als sie die ZimmertĂŒr aufstieß, musste sie zu ihrem Schrecken feststellen, dass es leer war. Dort war nur ein ungemachtes Bett und eine Unmenge an Kleidung, die ĂŒberall auf dem Boden verstreut war. Sie ließ sich auf das Bett fallen. Ihr Blick fiel auf das Bild auf dem Nachttisch. Es war ein Bild, dass die beiden in der New York Central Station gemacht hatten, eingeengt in einem dieser KĂ€sten, die sofortige Bilder versprachen. Jace drĂŒckte Clary grade einen Kuss auf die Wange und ihre HĂ€nge lagen in seinen Haaren. Clary hatte nicht gewusst, dass er es eingerahmt hatte.
Unter dem Bilderrahmen lag ein Zettel. Es war eindeutig JaceÂŽs Handschrift. „Warte auf dem Dach auf dich. Jace“, stand da. Sie drĂŒckte sich den Zettel an die Brust und tanzte aus dem Zimmer. Erst vor kurzer Zeit hatten die beiden den wunderschönen Platz auf dem Dach gefunden. Dort stand die Zeit still.
Das einzige, was Clary sah, als sie das Dach betrat, war der Sonnenuntergang und die Blumen, die ĂŒberall auf dem Dach in schmalen, langen Vasen standen. Es waren rosafarbene und rote Rosen. Ein BlĂŒtenmeer wies Weg zu einem kleinen Tisch und zwei StĂŒhlen. Auf dem einen saß Jace. Sein Haar schimmerte weiß gegen das Sonnenlicht. Clary hatte ganz plötzlich das Bild ihres Engels im Kopf. Jace, ihr Engel.

In ClaryÂŽs TagtrĂ€umen war Jace ein Engel mit weißen FlĂŒgeln. Doch in ihren AlbtrĂ€umen war ein kein weißer Engel, im Gegenteil, sie sah immer wieder, wie er durch die Hand von Valentin starb, die FlĂŒgel blutgetrĂ€nkt. Damals hatte ein Engel sie und ihn gerettet. Diesmal war keiner da, um beide zu retten.

Clary schritt auf Jace zu. Noch schien er sie nicht zu bemerken, was ihr die Chance gab, sein engelsgleiches Aussehen gegen die Sonne zu betrachten. Aber dann fuhr sein Kopf herum, ein LĂ€cheln auf den vollendeten Lippen, strahlende Augen. Er berĂŒhrte sie ganz zart an der Hand und fĂŒhrte sie zu dem Tisch. Keiner von beiden wagte es, auch nur ein Wort zu sagen, die Magie und die ElektrizitĂ€t, die in der einzigen kleinen BerĂŒhrung von Jace lag, war unbeschreiblich. Alles war still. Der Verkehr unter ihnen schien verstummt, das leise GerĂ€usch ihrer Atmung war wie verschwunden und alles schien perfekt. Jace blickte ihr tief in die Augen und zog eine Blume aus dem Strauß, der auf dem Tisch stand. Es war eine Mitternachtsblume. Ihre BlĂŒtenblĂ€tter waren verschlossen. Doch langsam, ganz vorsichtig, wie ein Tier, dass zum ersten mal die Sonne sieht und immer mehr davon möchte, öffnete es die BlĂ€tter und Clary machte sich darauf gefasst, den einzigartigen Anblick genießen zu können.
Doch irgendetwas passierte. Mit einem Mal schien die Welt wirklich still zu sehen, die BlĂŒte konnte sich nicht mehr öffnen, Jace schien, als ob er gefroren wĂ€re und die Wolken am Himmel verharrten in ihrer Schönheit. Clary blickte auf. Etwas Leuchtendes kam auf die zu, und dann stand es vor ihr. Ein Engel. Formvollendet und grazil, als wĂ€re er nicht echt.
„Clarissa Fray,“, sprach er, und es klang wie ein himmlischer Chor, „ich bin Minuriel. Ich habe dein Herz gesehen, Clarissa. Es ist schneeweiß. Du bist ein wahrlich guter Mensch. Ich habe deine Seele gesehen, Clarissa. Sie ist blutrot. Du bist ein wahrlich guter Nephilim. Und ich habe dein Gewissen gesehen, Clarissa. Es ist schwarz wie Ebenholz. Du bist ein wahrlich guter Engel. Dadurch stellst du das dar, was es noch nie gegeben hat. Du hast das Herz eines liebenden Menschen, die kĂ€mpfende Seele eines SchattenjĂ€gers und die Begabung eines Engels. Diese Komponente sind nie zusammen vorhanden, sie stellen die Vollendung alles Guten dar. Du bist gutherziger als alle Menschen, die je lebten und leben auf dieser Erde, du bist gewitzter und mutiger als alle Nephilim, die jemals lebten oder leben und du bist ein besserer und einflussreicherer Engel, als die, die es jemals gab. Doch Ithuriel trug uns zu, dass es niemanden Vollkommenen geben darf, so musst du dich entscheiden.“
Clary stieß einen Laut des Erschreckens aus. Darauf war sie nicht gefasst. Das alles war neu fĂŒr sie.
„Aber
aber“, stammelte sie, ihre FĂŒĂŸe wollten sie nicht mehr tragen und ihr Körper konnte das nicht verkraften, „aber, was ist die Konsequenz aus all dem?“
Minuriel lĂ€chelte sie an. „Clarissa, das muss dir immer bewusst sein. WĂ€hlst du die Seite der Menschen, kannst du nicht kĂ€mpfen und kannst nichts mehr schaffen, wĂ€hlst du die Seite der Nephilim, kannst du nicht mehr lieben und nichts mehr schaffen. Aber wĂ€hlst du die Seite der Engel, kannst du nicht mehr lieben und nicht mehr kĂ€mpfen. Als Mensch bist du sterblich, als Nephilim lebt deine Seele auf ewig und als Engel kannst du nicht sterben.“
„Das- das wĂŒrde bedeuten, ich könnte mein Leben, so wie es jetzt ist, nie wieder haben? Ich habe nur die Wahl, zwischen Verlust und unsterblicher Existenz?“
„Genau. So ist es Clarissa. Aber bedenke- wĂ€hlst du eine von diesen Existenzen, werden deine anderen ausgelöscht, dich hat es nie gegeben, zudem hast du keinen Ausweg mehr.“
Clary bemerkte, wie ihr TrĂ€nen die Wangen hinunter liefen. Sie schluchzte: „Und es gibt nichts, wie ich das Ă€ndern könnte?“
Das Lachen des Engels klang wie dem Himmel gleich. „Clarissa. NatĂŒrlich hast du die Möglichkeit, das zu Ă€ndern. Der Tod eines geliebten Menschen verĂ€ndert so einiges
“
„Minuriel! Sprich mit mir! Ich soll eine geliebte Person umbringen?“ ClaryÂŽs Beine sackten unter ihrem Körper weg und sie spĂŒrte, wie sie in einem Meer aus RosenblĂŒten lag. Es duftete so herrlich, aber das nahm ihr Bewusstsein nicht mehr wahr, sie war wie in einem dieser TrĂ€ume, wo man rennt und rennt, aber anstatt, dass man von der Stelle kommt, kommt das UnglĂŒck nur nĂ€her.
„Clarissa, du musst dich entscheiden.“ Clary blickte durch einen TrĂ€nenschleier hindurch auf Minuriel. „Lieber sterbe ich, als das man mich vor die Wahl stellt, fĂŒr wen ich mich entscheiden soll!“; brĂŒllte sie Minuriel an, „Auch ein Engel hat keine Macht ĂŒber mich, er hat nicht die Macht, zu entscheiden, was ich sein will! Und nun geh! GEH!“ Erneut sackte sie in sich zusammen, der Geruch der BlĂŒtenblĂ€tter drohte, Clary wahnsinnig zu machen, aber die schaffte es, sich aufzurichten, sich zu Jace hinĂŒber zu schleppen und sich neben ihn zu legen.
Plötzlich aber, war alles weg. Die ganze Starre. ClaryÂŽs Gliedmaßen waren nicht mehr schwer, sie fĂŒhlte sich wie vorher, aber der Schmerz saß in ihren Knochen. „Ist alles gut, Clary?“, fragte JaceÂŽs himmlisch Stimme. Aber anstatt einer Antwort richtete sich Clary auf, gab ihm einen Kuss, flĂŒsterte kraftlos „Vergiss nie, dass ich dich immer liebe.“ Und ging auf den Sims des Daches zu. Sie stieg auf die niedrige Balustrade, breitete die Arme aus, und bevor JaceÂŽs Arme sie erreichten, stĂŒrzte sie hinab. Von irgendwo kam ein himmlischer Chor, der ihren Namen sang, ein letztes Mal sah sie Jace, aber er hatte blutrote FlĂŒgel, die ihm aus den SchulterblĂ€ttern ragten und langsam, ganz langsam senkte sich eine bleierne Schwere ĂŒber das alles. Die letzten Worte, die ClaryÂŽs Bewusstsein streiften waren: „Vergiss nie, dass ich dich immer liebe.“

Clary schreckte auf. Sie war geblendet von dem Sonnenlicht, dass durch die Gardinen schien und alles in ein gedĂ€mpftes Licht tauchte. Mit ihrer linken hand stieß sie gegen einen Körper, es war JaceÂŽs. Auch er war schon wach, aber in seinen Augen schien Verwirrung. Er gab ihr einen Kuss. Clary aber, bemerkte das nicht. „Oh nein. Jace, sag mir, dass ich noch lebe!“ Er runzelte die Stirn. „Sicher Clary, du lebst noch.“ Sie schloss die Augen. „Oh Gott. Bin ich nicht tot, Jace?“, fragte Clary. Nun war Jace entgĂŒltig verwirrt. „Clary, mein Schatz, du lebst noch. Was ist denn los mit dir?“ Clary schluchzte. „Jace, in meinem Traum war ein Engel, Minuriel. Er sagte, ich mĂŒsse mich entscheiden. Zwischen dir, den Nephilim und den Engeln. Er sagte, ich wĂ€re schneeweiß, blutrot und schwarz wie Ebenholz.“ Jace lachte. „Die drei Zeichen der Vollendung. So was gibt es nicht.“ TrĂ€nen rannen ĂŒber ClaryÂŽs Gesicht, aber es waren TrĂ€nen des GlĂŒckes. „Vergiss nie, dass ich dich immer liebe.“, sagte sie zu ihm. „Das werde ich niemals vergessen.“

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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:12

Isabelle rettet Jace

Plötzlich wurde alles hell und Jace befand sich in einem weißen Raum, an dessen Ende eine Frau stand, die sich langsam auf ihn zubewegte. Sie trug eine schwarze SchattenjĂ€germontur und ihr rotes Haar leuchtete in dem weißen Raum.
Als Clary direkt vor ihm stand, sah sie ihn an und schĂŒttelte den Kopf. Jace wollte sie berĂŒhren, mit ihr sprechen, sie um Verzeihung bitten, dass er einfach abgehauen war, doch er konnte sich nicht bewegen.
Er konnte weder den Arm heben, um ihr die TrÀnen von der Wange zu wischen, die aus ihren roten Augen quollen, noch konnte er sie fragen, wieso sie weinte.
Sie standen einfach da, voreinander und sahen sich in die Augen. Clary schĂŒttelte erneut den Kopf und streckte den Arm in Richtung Jaces Brust. Ihre Finger kamen auf der Stelle zum liegen, an dem Sebastian ihm gerade noch den Dolch ins Herz gerammt hatte. Jace durchzuckte ein vertrautes Brennen. Clary lĂ€chelte und fĂŒhrte mit den Fingern an Jaces Kehle, an der er ebenfalls ein leichtes Brennen spĂŒrte. Was passiert hier? Doch ehe Jace genauer darĂŒber nachdenken konnte, umfasste ihn erneut die Dunkelheit.
Er wollte schreien, nach Clary rufen und sich an ihr festhalten, um sie nie wieder zu verlieren, doch es zog ihn immer tiefer in die Dunkelheit hinein.
„Jace.“
Er hörte seinen Namen, als wÀre er unter Wasser.
„Jace, kannst du mich hören? Bitte sag etwas!“
Jace kannte diese Stimme. Es war auf jeden Fall die Stimme einer Frau, da war er sich ganz sicher. Aber wer war es, der ihn tiefer und tiefer in die Dunkelheit hinab zog, weg von Clary und in Richtung Schmerz.
„Jace, verdammt. Wach auf!“ Die Stimme fluchte und schlug ihm mit der Hand auf die Brust.
Isabelle. Konnte das Isabelle sein? dachte Jace.
Auf einmal nahm er GerĂ€usche wahr. Der Wind, wie er mit den BlĂ€ttern der BĂ€ume spielte und der Fluss, der in seiner NĂ€he leise ĂŒber die Steine plĂ€tscherte. Jace nahm auch kleine Lichtpunkte wahr, die sich jedoch nicht bewegten. Wo war er nur?
„Jace?“, fragte die Stimme erneut. „Ich weiß, dass du wach bist. Deine Augen zucken. Komm schon. Bitte sag irgendetwas.“
Jace dachte an die letzten Minuten seines Lebens. Was war passiert?
Er hatte Sebastian getötet und war dann in die Dunkelheit gestĂŒrzt.
Aber da war jemand bei ihm gewesen. Da war noch eine Person gewesen. Es war Isabelle, die verzweifelt seinen Namen gerufen hatte.
Jace versuchte, die Augen zu öffnen, doch es gelang ihm nicht. Sein Körper wollte ihm nicht gehorchen.
Also versuchte er zu sprechen.
„Isabelle“, presste er flĂŒsternd hervor, so leise, dass er befĂŒrchtet, sie könne ihn gar nicht hören.
„Jace, Jace. Bist du wach?“
Jace nickte leicht mit dem Kopf und öffnete langsam die Augen.
Er lag auf dem RĂŒcken und blickte Richtung Himmel. Dass waren also die Lichtpunkte gewesen, Sterne.
Jace musste lÀcheln.
„Jace, ist alles ok? Geht es dir gut?“
Er schaute in ihre Richtung. Ihr Gesicht war Blut- und Schlammverschmiert und sie hatte rote Augen, ganz so, als hatte sie geweint.
„Was ist passiert?“, fragte Jace und versuchte sich aufzusetzen. Doch als ihm ein heftiger Schmerz durch die Rippen fuhr und er nach Atem rang, ließ er sich zurĂŒck in das feuchte Gras sinken, den Blick weiterhin auf Isabelles Gesicht gerichtet. Sie war zusammengezuckt, als er sich vor Schmerzen an die Rippen gefasst hatte und versuchte nun vergeblich, ihre TrĂ€nen zu unterdrĂŒcken.
„Was ist passiert, Isabelle? Wo ist Clary? Wo ist sie hingelaufen? Wieso hast du sie nicht aufgehalten?“
Isabelle sah Jace verwirrt an.
„Wovon redest du, Jace? Clary war nicht hier. Nachdem Sebastian tot war, bin ich zu dir gekrochen und habe die Heilrune auf deiner Brust vollendet. Dann habe ich mir selbst eine Heilrune aufgetragen. Ich hatte solche Angst. Du sahst so blass aus.“
Isabelle schloss die Augen und eine TrĂ€ne rann ihr ĂŒber die Wange.
Die stechenden Schmerzen und lauten Protestrufen seines Körpers ignorierend, richtete Jace sich auf und wischte seiner Schwester die TrÀne von der Wange.
„Clary ist nicht deine Schwester, Jace“, fuhr Isabelle mit weiterhin geschlossenen Augen fort. „Valentin hat uns alle belogen. Er ist nicht dein Vater. Dein Vater ist Stephen Herondale.“
Stephen Herondale? Der Sohn von Imogen Herondale, der Inquisitorin? Der Mann, der Valentin bester Freund und Berater im Kreis war, nachdem Luke zu einem Schattenwesen, einem Werwolf geworden war. Jace hatte schon mehrere Male von ihm gehört, aber es war nie bekannt gewesen, dass er ein Kind hatte. Wenn Stephen Herondale sein Vater war, wer war dann seine Mutter?
Jace war so durcheinander, dass er sich nicht mehr daran erinnern konnte, wer die Frau an Stephen Herondales Seite war. Wer die Frau seines Vaters war. Wer seine Mutter war. Er konnte sich noch nicht einmal mehr erinnern, ob einer der beiden noch lebte.
„Jace?“
„Wer ist meine Mutter?“
„CĂ©line Herondale, aber sie ist tot. Genauso wie ihr Mann, dein Vater. Es tut mir so leid, Jace.“
FĂŒr einen Augenblick hatte Jace sich tatsĂ€chlich vorgestellt, wie es sein wĂŒrde, wenn die Herondales, seine Eltern noch leben wĂŒrden.
Doch dieser Gedanke wurde abrupt von anderen ĂŒberschattet, von Valentin.
„Valentin. Er hat sie getötet. Er hat meine Mutter getötet.“
„Das weiß keiner genau, Jace“, antwortete Isabelle.
„Woher weißt du das alles?“ Jace wusste die Antwort. Von Clary. Aber woher wusste sie es? Hatte sie nicht noch gestern Abend gesagt, er sei ihr Bruder?!
„Ich weiß es von Clary und sie weiß es von Jocelyn, ihrer Mutter.“
Jocelyn. Dann ist sie also wieder da, dachte Jace und erinnerte sich an die Zeit, als alle davon ĂŒberzeugt waren, sie sei auch seine Mutter. Doch Jace hatte schon immer gespĂŒrt, dass das nicht so war.
„Wo ist Clary?“
„Sie ist noch in der Stadt, bei den anderen, die zu jung sind zum Kampf.“
Dann war sie also in Sicherheit, weit entfernt vom Kampf.
Luke hatte es wirklich geschafft. Die SchattenjĂ€ger kĂ€mpften gemeinsam mit den Schattenwesen gegen Valentins DĂ€monen. Doch sie werden keine Chance haben, wenn ich ihn nicht aufhalte, dachte Jace und rappelte sich mĂŒhsam auf die wackeligen Beine.
Isabelle erhob sich ebenfalls.
„Wo willst du hin?“, fragte sie unsicher und stellt sich vor ihn.
„Ich muss es zu Ende bringen. Ich muss ihn aufhalten“, antworten er, ohne dabei Isabelle anzusehen.
„Aber Jace, du kannst nicht allein gegen ihn kĂ€mpfen. Du bist noch viel zu schwach. Bitte bleib. Wir finden gemeinsam einen anderen Weg.“ Isabelle schaute ihren Bruder traurig in die Augen.
„Isabelle, wir haben keine Zeit, einen anderen Weg zu finden. Wenn ich nichts unternehme, wenn ich ihn nicht aufhalte, dann wird er uns alle vernichten.“
Mit diesen Worten drÀngte Jace sich an Isabelle vorbei, die verzweifelt versuchte, ihn aufzuhalten, nahm Sebastians Schwert aus dem hohen Gras und rannte Richtung See in den Wald. Hinter sich vernahm er, wie Isabelle noch einmal seinen Namen rief, dann verstummte sie.
Jace hörte nur noch den Wind in seinen Ohren und er rannte, rannte gegen die Zeit und auf Valentin zu.

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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:13

5 Jahre spÀter

„Clary. Clary, wach auf“, flĂŒsterte Jace in Clarys Ohr und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Jace? Warum weckst du mich mitten in der Nacht? Der Tag war anstrengend, lass uns weiter schlafen. Ich bin mĂŒde, bitte“, sagte sie mit verschlafener Stimme. „Ach bitte Clary. Ich muss dir etwas zeigen. Bitte steh auf. Wir mĂŒssen uns beeilen, es sind nur noch fĂŒnf Minuten bis Mitternacht“, ließ er beilĂ€ufig mit einfließen.
Als Clary den letzten Teil zu Ohren bekam, hatte sie schon eine wage Ahnung, was Jace mit ihr vorhatte, denn heute ist die Nacht vor Clarys Geburtstag. Also zog sie sich ihren Morgenmantel ĂŒber und folgte Jace, der bereits ein paar Schritte voraus gegangen war.
„Warte doch auf mich, ich komme doch schon“, rief sie Jace flĂŒsternd und ein kleines bisschen hastig hinterher. Kurz darauf drehte er sich um und deutete Clary sich zu beeilen. Und so schloss zu ihm auf und fragte Jace, wo sie denn hingehen. Doch er deutete Clary nur abermals, dass sie sich beieilen soll.
Es war wie ein Deja-vu fĂŒr sie, denn alles war wie vor fĂŒnf Jahren. Clary und Jace schlichen durch die dĂŒsteren, riesigen GĂ€nge des Instituts, vorbei an den großen, leeren RĂ€ume, die durch die Lichter Manhattans erhellt wurden. Und wieder spĂŒrte Clary die warme Luft, die ihr beim öffnen der TĂŒr zum GewĂ€chshaus entgegen schlug. Auch in dieser Nacht funkelten die Lichter Manhattans durch die GlaswĂ€nde, doch diesmal war vor dem fantastischen Ausblick eine Decke vorbereitet, auf dem zwei KĂ€sesandwiches lagen. Es waren genau die Selben wie damals. In der Mitte der rot gemusterten Picknickdecke stand eine kleine Torte, auf der eine Kerze brannte. Clary traute ihren Augen nicht. Damals war dieser Augenblick schon unglaublich schön, doch heute ist er einfach perfekt, dachte Clary und kĂŒsste Jace schnell.
„Seit wann hast du das geplant?“, fragte Clary immer noch ĂŒberwĂ€ltigt von diesem wundervollen Anblick. Und kĂŒsste ihn ein zweites Mal. „Na ja, vor ein paar Wochen bin ich auf den Gedanken gekommen. GefĂ€llt es dir?“, fragte er Clary und sah sie dabei mit seinen bernsteinfarbenen Augen hoffnungsvoll an. „Ja. Jace, es ist wunderschön, etwas Schöneres hĂ€tte ich mir gar nicht wĂŒnschen können. Hast du die Torte gebacken?“
„Ich hoffe wirklich sehr, dass sie dir schmeckt. Ich habe mir wirklich mĂŒhe gegeben“, sagte er stolz. „Du hast sie ganz alleine gebacken?“, fragte Clary verwundert, „Das hĂ€tte ich dir gar nicht zugetraut. Weißt du, bei dir wundere ich mich immer wieder. Gibt es sonst noch irgendwelche Dinge die du mir die ganze Zeit verheimlicht hast?“ „Okay, ich gebe es zu. Ich hab die Torte nicht ganz alleine gemacht. Jocelyn hat mir ein bisschen geholfen, aber nur ein bisschen.“
„Mom hat also davon gewusst? Ich war gestern erst bei ihr und sie hat nicht einmal eine Andeutung gemacht“, sagte Clary ĂŒberrascht, „Seit dem wir in Alicante geredet haben erzĂ€hlt sie mir alles, oder macht wenigstens Andeutungen. Sie erzĂ€hlt mir sogar wenn Luke und sie ein neues Regal kaufen wollen, oder dass sie ein neues Buch entdeckt hat, dass sie haben möchte. Es muss ihr wirklich schwer gefallen sein dicht zu halten.“
„Ich habe sie darum gebeten und als sie die Überraschung kannte schor sie mir dir nichts zu verraten.“
„Darf ich die Kerze ausblasen?“, fragte Clary voller Begierde.
„Du musst leider noch zwei Minuten warten, denn erst dann ist dein Geburtstag.“
Beide saßen auf der Picknickdecke und genossen schlicht und weg die grandiose Aussicht ĂŒber Manhattan. Schon öfters waren Jace und Clary bei Nacht hier hinauf gekommen, um sich die Stadt anzusehen, doch heute war es etwas besonderes, dass spĂŒrte Clary.
Plötzlich unterbrach sie etwas beim TrĂ€umen. Es war Jace der sie kĂŒsste und ihr zum Geburtstag gratulierte. „Jetzt darfst du die Kerze ausblasen.“
Schnell war Clary wieder in der Wirklichkeit und blĂ€st sehnsĂŒchtig ihre Geburtstagskerze aus. Im Hintergrund erklangen die Kirchenglocken.
„Darf ich die Torte anschneiden, oder muss noch auf etwas Bestimmtes warten?“
„Nein, dieses Mal musst du nicht warten, jetzt hast du ja Geburtstag. Ich hoffe sie schmeckt.“
Voller Freude nahm Clary das KĂŒchenmesser in die Hand und setzte es in der Mitte an.
Es ertönte der sechste Glockenschlag.
„Jace, wann hast du die denn gebacken, die ist steinhart. Sie ist so hart, dass ich nicht einmal ein StĂŒck heraus schneiden kann“, fragte Clary mit einem komischen Gesichtsausdruck. Doch dann entdeckte sie unter der Glasur eine kleine Schachtel. Clary versuchte sie vorsichtig mit dem Messer zu umranden und sie vorsichtig heraus zu heben.
Kurz darauf ergriff Jace die Schachtel, nahm Clary bei der Hand und fĂŒhrte sie vor die Glaswand. Als Jace die Schachtel öffnete, wusste Clary sofort, was jetzt auf sie zukam. Vor dem einzigartigen Skyline der Stadt ging Jace auf die Knie und fragte Clary die Fragen aller Fragen: „Willst du mich heiraten?“
Im Hintergrund ertönte der elfte Schlag und mit dem zwölften sagte sie schließlich: „Ja, Ich will.“

© Melanie
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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:23

Ich sah auf das Antlitz meiner Schwester herab, das im Licht des einfallenden Mondes so friedlich aussah.
Meine Schwester...
Ich presste die Unterkiefer aufeinander, bis sie schmerzten, und der Schmerz mich von den widerstreitenden GefĂŒhlen in meinem Inneren ablenkte. Meine Finger hielten ihre fest umschlungen und wenn es nach mir ginge, wĂŒrden wir fĂŒr immer so hier liegen bleiben. Eine Ewigkeit mit Clary.
Die Entscheidung, morgen fortzugehen, um Sebastian und somit Valentin zu finden und sie zu töten, lastete auf meiner Seele, denn die Wahrscheinlichkeit, Clary jemals wiederzusehen, war nicht besonders hoch. Aber ich wĂŒrde sie retten. Ich wĂŒrde dafĂŒr sorgen, dass niemand das zarte, wunderschöne, kluge Wesen verletzen wĂŒrde. Wenn es das Letzte war, dass ich in meinem Leben als SchattenjĂ€ger, als Monster, tun wĂŒrde, dann war es das wert. Ihre Sicherheit, ihr Wohlbefinden war mir alles wert, dafĂŒr wĂŒrde ich ĂŒber Leichen gehen, selbst wenn es die meines eigenen Vaters sein wĂŒrde.
Ich rollte mich auf die Seite und rutschte nĂ€her an sie heran, bis mein Körper dicht an ihrem lag und ich ihre WĂ€rme durch die Kleidung hindurch spĂŒren konnte. Ihr Geruch stieg mir in die Nase und ich atmete tief ein, um ihn mir einzuprĂ€gen, um ihn morgen in mir verankert als einen Fels in der Brandung mitzutragen.
Clary stieß einen leisen Seufzer aus und ihre Finger drĂŒckten meine, beinahe als hĂ€tte sie Angst, ich könnte mich aus ihrem Griff lösen. Ein eisiger Zug legte sich um mein Herz, etwas, das mir vollkommen neu war. Ich hatte mich niemals um andere geschert, außer vielleicht um meine Familie, die Lightwoods, am allerwenigsten hatte mich interessiert, was mit mir geschah. Aber seit ich Clary kannte, war in mir etwas getaut, ich hatte etwas Verborgenes entdeckt, ganz so als hĂ€tte es nur darauf gewartet, entdeckt zu werden.
Ich fĂŒhlte mich... lebendig. Die Welt schien plötzlich in Farben getaucht, die ich zuvor nie gesehen hatte. Wenn ich nicht so draufgĂ€ngerisch, so rĂŒcksichtslos und voller Hass mir selbst gegenĂŒber wĂ€re, wĂŒrde es mich verbittern, dass das Schicksal mir so höhnisch ins Gesicht getreten hatte, indem es mir Clary schickte.
Ich hob die freie Hand und ließ meine Fingerspitzen ĂŒber ihrem Gesicht schweben, ehe ich ihr eine verirrte HaarstrĂ€hne aus der Stirn strich und kaum merklich die Konturen ihrer Wangen nachzeichnete.
Liebe heißt zerstören. Dieser Satz, diese Lebensweise, die ich mir aufgezwungen hatte, hĂ€mmerte in meinem Verstand, warf sich mit geballter Kraft gegen die Mauern, die ich um mich herum errichtet hatte, um niemals, niemals irgendjemanden zu lieben. Ich wollte nicht schwach sein, wollte mich nie von den BeschrĂ€nkungen einholen lassen, welche die Liebe mit sich brachte. Vor meinem inneren Auge entstanden verschwommen die Umrisse meines Falken, der mit gebrochenem Genick und gebrochenem Blick zu meinen FĂŒĂŸen lag, so furchtbar reglos. So furchtbar tot.
Liebe heißt zerstören. Von jenem Tag an gab es fĂŒr mich keine Liebe mehr. Es gab Zuneigung, Verantwortung und PflichtgefĂŒhl fĂŒr meine Familie. FĂŒr Isabelle und Alec.
Und dann kam alles Finstere im Leben. KĂ€mpfe und Tod. Diese beiden Dinge beherrschten mein Wesen, denn es war das Einzige, worin ich gut war.
Und dann kam Clary und stellte mit ihrem Mut, ihrer Tapferkeit mein ganzes Leben auf den Kopf. Alles, an das ich geglaubt hatte, fĂŒr das ich eingestanden war, erschien mir plötzlich so schwĂ€chlich, wie sie ohne jegliche Erfahrung sich DĂ€monen und Vampiren in den Weg warf, nur weil sie jene Menschen beschĂŒtzen wollte, die sie liebte.
Liebe zerstörte sie nicht. Sie machte sie so stark, dass ich mich schÀmte.
„Clary“, flĂŒsterte ich und meine Stimme klang rau, weil der Kloß in meinem Hals mich am sprechen hindern wollte.
Ihre Wimpern warfen lange Schatten auf ihre Haut, die im Mondlicht so makellos und rein schimmerte.
„Niemand wird dir jemals wieder wehtun“, versprach ich ihr leise. „DafĂŒr werde ich sorgen und wenn es mich das Leben kosten wird.“
Denn was konnte ich ihr sonst schenken? Meine Liebe zu ihr war verflucht und verboten. Meine unstillbare Sehnsucht zu ihr wĂŒrde unerfĂŒllt bleiben und mich bis zu meinem bitteren Ende verfolgen. Das Einzige, was ich ihr bieten konnte, was ich ihr bieten durfte, war Sicherheit.
Vorsichtig löste ich meine Finger aus ihren. Sofort fĂŒhlte ich mich unvollstĂ€ndig und kalt, aber ich war gut darin, es zu ignorieren. Ich nahm einen Zettel und starrte das weiße Papier an, auf dem sich meine letzten Worte fĂŒr Clary verewigen wĂŒrden.
„Ich hoffe, du verzeihst mir“, dachte ich und begann das unbeschriebene Blatt mit einer ErklĂ€rung zu fĂŒllen. Dann legte ich den Zettel auf das Tischchen neben sie und schlĂŒpfte in meine SchattenjĂ€germontur. Lautlos zog ich meine Stiefel an und band mir die Klingen und Dolche um, die ich mitnehmen wĂŒrde, um meinen letzten Kampf zu bestreiten.
Ein letztes Mal trat ich an Clarys Bett und sog ihren Anblick ein wie Luft zum Atmen.
„Ich liebe dich, Clary. Ich werde dich immer lieben.“
Mit seltsam brennenden Augen wandte ich mich abrupt ab und tauchte in die Dunkelheit ein, die mich willkommen heißend verschluckte, war ich doch schließlich mit meinem Blut ein Teil von ihr.
Ich war die Dunkelheit.

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Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:24

City of Ashes S.469

“NatĂŒrlich wollte ich mit dir reden. Ich habe die ganze Zeit an dich gedacht.“ Jace stiess einen ĂŒberraschten Laut aus und streckte ihr ĂŒber den Tisch eine Hand entgegen. Clary nahm sie und spĂŒrte eine enorme Erleichterung. „Ich habe auch an dich gedacht“, sagte er.
Seine Hand fĂŒhlte sich warm und beruhigend an und Clary erinnerte sich, wie sie ihm in Rennwicks Ruine die blutige Portalscherbe sanft aus der Hand genommen hatte – das Einzige, was ihm noch von seinem alten Leben geblieben war – und wie er sie in seine Arme gezogen hatte. „Ich war krank“, sagte Clary. „Das schwöre ich, wenn du willst. Schliesslich wĂ€re ich auf dem Schiff beinahe gestorben.“
Er liess ihre Hand los, sah sie aber eindringlich an, als versuchte er, sich ihr Gesicht einzuprĂ€gen. „Ich weiss“, murmelte er. „Jedes Mal, wenn du beinahe stirbst, sterbe ich mit dir.“
Seine Worte liessen ihr Herz wild in ihrer Brust schlagen, als hĂ€tte sie literweise Kaffee getrunken. „Jace. Ich bin hier, weil ich dir sagen will, dass ich...“.
„Warte. Lass mich zuerst reden.“ Er hielt die HĂ€nde hoch, als wolle er ihre nĂ€chsten Worte abwehren. „Bevor du irgendetwas sagst, möchte ich mich erst mal bei dir entschuldigen.“
„Entschuldigen? WofĂŒr?“
Bei seinen Worten hatte sie ein mulmiges GefĂŒhl im Bauch.
„DafĂŒr, dass ich dir nicht zugehört habe.“ Er fuhr sich mit beiden HĂ€nden durch die Haare und Clary entdeckte eine kleine Narbe an seinem Hals, eine dĂŒnne silbrige Linie, die er vorher nicht gehabt hatte. „Du hast mir immer wieder gesagt, dass ich das, was ich von dir wollte, nicht bekommen könne, aber ich habe dich bedrĂ€ngt und unter Druck gesetzt und dir nicht eine Minute zugehört. Ich wollte nur dich und es war mir egal, was irgendjemand anderes dazu sagen wĂŒrde. Nicht einmal deine Meinung hat mich interessiert.“
Ihr Mund war staubtrocken. Mehrmals schluckte sie und versuchte, etwas zu erwidern, doch als sie schliesslich den Mund öffnete, stand Kaelie wieder am Tisch, mit Jace’ Fritten und einer Reihe von Tellern fĂŒr Clary. Clary starrte auf ihre Bestellung: ein grĂŒner Milchshake, eine Art rohe Frikadelle und ein SchĂ€lchen Heuschrecken mit Schokoglasur. Aber das spielte keine Rolle – ihr Magen war sowieso so zugeschnĂŒrt, dass sie gar nicht an Essen denken konnte. „Jace“, brachte sie schliesslich hervor, sobald die Kellnerin gegangen war. „Du hast nichts falsch gemacht. Du...“
„Nein, warte. Lass mich zuerst zu Ende reden.“ Er starrte den Teller vor sich an, als lĂ€gen dort die Geheimnisse des Universums verborgen. „Clary, ich muss es jetzt sagen...jetzt oder nie.“ Und dann sprudelten die Worte nur so aus ihm hervor: „Ich dachte, ich hĂ€tte meine Familie verloren. Und damit meine ich nicht Valentin. Ich meine die Lightwoods. Ich dachte, sie wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. Und ich dachte, mir wĂ€re auf dieser Welt nichts mehr geblieben ausser dir. Ich...ich war fast verrĂŒckt vor Schmerz und habe es an dir ausgelassen. Es tut mir leid. Du hattest Recht.“
Genau das hĂ€tte sie lieber nicht gehört. „Nein, ich war dumm. Und ich war gemein zu dir...“
„Dazu hattest du allen Grund.“ Er schaute auf und sah ihr in die Augen. Das GesprĂ€ch verlief nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatte. Er verdrehte ihr das Wort im Munde und ausserdem hörte er ihr immer noch nicht zu. Der eisige Klumpen in ihrem Bauch wuchs und drohte sie zu ersticken. Plötzlich fĂŒhlte Clary sich an ihre Kindheit erinnert – wie sie als VierjĂ€hrige am Strand gesessen und geweint hatte, weil der Wind ihre schöne Sandburg zerstörte. Ihre Mutter hatte ihr gesagt, sie könne doch eine neue bauen, aber das hatte ihre TrĂ€nen nicht stillen können. Denn das, was sie fĂŒr bestĂ€ndig gehalten hatte, war alles andere als bestĂ€ndig und nur auf Sand gebaut, der sich bei der leisesten BerĂŒhrung mit Wind oder Wasser in nichts auflöste. „Du hast recht gehabt: Wir leben nicht in einem Vakuum...“
„Hör mir zu“, flĂŒsterte sie fast unhörbar.
„...Um uns herum sind Menschen, die uns lieben und die verletzt wĂ€ren, vielleicht sogar am Boden zerstört...“
„Nein, hör mir doch zu...“ Erneut versuchte sie ihn zu unterbrechen, wurde jedoch wieder ignoriert und sie spĂŒrte, wie etwas in ihr erwachte, etwas machtvolles, etwas...
„...wenn wir uns die GefĂŒhle gestatten, die wir gerne fĂŒr einander empfinden wĂŒrden. Das wĂ€re egoistisch und das wĂŒrde bedeuten...es wĂŒrde bedeuten, dass...“
„Sei still!“ Der Eisklumpen in ihr brach und ihre Erstarrung löste sich, als sich Hunderte kleiner Eissplitter von innen in ihre Haut bohrten. Sie wollte ihn nicht hören, wollte nicht hören, was er zu sagen hatte.
„Sei einfach still und hör mir endlich mal zu.“ Ganz klar konnte sie den Eissplitter in ihrer eigenen Stimme hören, der sich in ihr Herz gebohrt hatte. Die Worte klangen fremd, als wĂ€re nicht sie die sprechende Person. Jace starrte sie an, scheinbar unfĂ€hig, auch nur zu blinzeln. „Ja, du hast mir nicht zugehört und ja, du hast deinen Schmerz an mir ausgelassen. Aber das tut im Moment nichts zur Sache. Wirklich wichtig wĂ€re es, dass du jetzt deine Lauscher spitzt und mir zuhörst. Denn obwohl du dich gerade entschuldigt hast, hörst du mir immer noch nicht zu. Auch ich möchte mich entschuldigen. Deswegen wollte ich eigentlich mit dir reden. Ich möchte mich dafĂŒr entschuldigen, dass ich nicht offen zu meinen GefĂŒhlen stehen konnte wie du. Ich konnte sie nie aussprechen. Weder meine GefĂŒhle fĂŒr dich, noch die fĂŒr Simon, wobei das ein erheblicher Unterschied ist. Mit Simon habe ich mich ausgesprochen, aber ich weiss, das ich dich verliere, wenn ich nicht ehrlich bin. Deshalb möchte ich jetzt ehrlich sein. Ich liebe dich. Ich habe mich in dich verliebt.“
Kreidebleich sah Jace sie an. Seinem Gesichtsausdruck konnte ich entnehmen, dass das genau die Worte gewesen waren, die er nicht von ihr hatte hören wollen. Sie wusste auch, warum. In seinem letzten Satz hatte er es ihr erklÀren wollen, doch sie hatte ihn unterbrochen, da sie es lÀngst begriffen hatte.
„Ich weiss, dass du dieser Situation aus dem Weg gehen wolltest. Du wolltest einfach nur noch mein Bruder sein. Doch das geht nicht. Nicht wenn ich die Wahrheit vor dir verschweige. Dieser Wahrheit mĂŒssen wir ins Auge sehen. Und mit ihr leben.“
Da kam wieder Leben in sein starres Gesicht.
„Wir mĂŒssen also damit leben, dass wir so wie unser Vater werden? Sosehr wir uns auch dagegen gewehrt haben, hat er doch uns beide bezwungen. Er hat uns seinen Stempel aufgedrĂŒckt. Wenn wir uns anders lieben, als es Geschwistern erlaubt ist, dann ist das reiner Egoismus und es gibt keinen Unterschied zwischen Valentin und uns!“
„Ich habe gesagt, dass wir mit der Wahrheit leben mĂŒssen, nicht das wir zusammen mit der Wahrheit leben. Ich werde mich weiterhin um meine Mutter kĂŒmmern und bei Luke wohnen und du wirst weiterhin ein SchattenjĂ€ger sein. Wir werden uns manchmal begegnen, doch nie werden wir den Menschen in unserem Umfeld Anlass dazu geben, sich an unserer Liebe zu stossen, da wir sie nicht offen zur Schau stellen werden. Sie wird unser Geheimnis bleiben.“
Nachdenklich betrachtete sie den grĂŒnen Milchshake.
„Ich glaube, du hast doch Recht. Liebe zerstört.“
Damit erhob sie sich und ging, nein schwebte beinahe zur TĂŒr hinaus. Noch nie hatte er sie so erlebt. In ihrer Stimme war ein Beiklang gewesen, eiskalt und schneidend und mit erschreckender EndgĂŒltigkeit. Ein Schauder ĂŒberlief ihn. Liebe zerstört. Ja, das konnte man wohl sagen.
Er war am Boden zerstört.

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Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:24

Die Liebe zum Feind

Sexy, weiblich und ĂŒbersinnlich hĂŒbsch saß sie wartend am Seeufer. Ob sie wohl auf mich wartete? Ihre braunen Knopfaugen waren auf das schimmernde Licht, des Mondes, die auf der WasseroberflĂ€che tĂ€nzelte gerichtet. Ihre pechschwarzen Haare wehten, im kĂŒhlen Nachtwind und ihre Statur gab völlige Erschrockenheit zum Vorschein, als sie mich erblickte. Meine Haare klebten im Nacken und mein Herz donnerte, wie eine Herde Wildpferde in meiner Brust. Das Gepfeife des schwĂŒlen Windes drang in mein Ohr und ĂŒbertrumpfte so das pochende GefĂŒhl meines Herzens, das schmerzend gegen meine Rippen knallte. Ein GefĂŒhl von SchwĂ€che, grub sich einen Weg in meine Magengegend und ich versuchte irritiert zu wirken, als ich auf sie zuging. Ihr Gesicht war immer noch so wunderschön, wie als ich es zum letzten Mal begutachten durfte. PrĂŒfend zog sie ihre Augenbrauen hoch und formte ihr LĂ€cheln zu einem Schmollmund. „Lucia“, stöhnte ich leicht benommen. Ich hatte nicht gedacht, dass sich meine Stimme so verbittert und piepsig anhörte. „Was machst du denn hier, Jaspar?“ So wie eine Windböe ihre Haare weg bliesen, so verschwand auch ihre Erschrockenheit und sie wendete sich mir zu. Der Mond, ĂŒber uns schien hell und leuchtet zur HĂ€lfte ihr Gesicht an. Ich stand so nah an ihr, dass ich ihren ruhigen Atem hörte. Ihre Stimme klang weiblich, taktvoll und melodisch. Ein kleines LĂ€cheln umschmeichelte ihre Lippen und behutsam schaute sie mich an. „Ich wollte am Ufer vorbei gehen, ich wusste aber nicht, dass man solche hĂŒbschen Damen antrifft.“ Geschmeichelt blickte sie zu Boden und lief voraus. Ich sollte ihr nachlaufen! Mein Körper bebte vor Sehnsucht. Ich wollte ihren Geruch wahrnehmen und sie einfach beschĂŒtzerisch an mich pressen. Ich ließ nicht lange auf mich warten und lief ihr nach. Ihre Augen waren leicht mit Farbe bepinselt und ihre Lippen waren geschwungen und glanzvoll. Wie gerne ich doch meine Lippen auf ihre gelegt hĂ€tte. Lucia sah immer noch so verfĂŒhrerisch aus, wie als ich sie zum ersten Mal getroffen hatte. Sie saß mĂŒde und völlig unterkĂŒhlt in einen Pub. Am Ende der Stadt. Ihre Beine waren ĂŒberschlagen und ihr rotes Samtkleid sickerte hoch. Wie sie mich damals nur gemustert hatte, so als wĂ€re ich ein DĂ€mon. Sie war eine Sterblich, da war ich mir vom ersten Moment an sicher. Ich roch ihr sĂŒĂŸliches Blut und die Angst, die in ihren Körper tobte. Der Pub war ĂŒberfĂŒllt und so musste ich mich gegebenenfalls neben sie setzen. Aus der NĂ€he sah sie noch hĂŒbscher aus, so wie ein Engel Gottes. Tausende von Silberingen umzingelten jeden ihrer knochigen Finger. Mein Herz zerfloss, als sie mich ansprach. Sie klang interessiert und typisch Irdisch. Ich konnte sie nicht angreifen, auch wenn ich von LĂŒstern getrieben wurde. Ich durfte es nicht. Ich sah ihr erfreutes Gesicht, als ich ihr von meinem erfundenen Leben berichtete und so schien sie auch jetzt zu sein. Jetzt nachdem wir und eine Weile nicht gesehen hatten. Das letzte Treffen lag nun schon vier Wochen entfernt und sie konnte sich immer noch an meinen Namen erinnern. „Und wieso bist du hier? Du könntest dich viel besser in einen Pub aufheizen. Es ist kĂŒhl und du könntest dich schnell erkĂ€lten“, erklĂ€rte ich ihr mit fixen Handbewegungen. Die Strahlen des Mondes schimmerten auf der WasseroberflĂ€che, und die Klippen, die weit voraus lagen warfen FurchteinflĂ¶ĂŸende Schatten. „Ich weiß. Ich hatte das GefĂŒhl dich hier anzutreffen. Weißt du noch, wie du bei unserem ersten Treffen erzĂ€hlt hast, du wĂŒrdest abends gerne am plĂ€tschernden Ufer vorbeigehen?“ Ich erinnerte mich rasch, als sie mich fragte und alles erschien mir so klar und deutlich vor den Augen. Alles, bis ins kleinste Detail fiel mir ein. „Ja“, piepste ich. Meine NervositĂ€t ließ sich kaum verbergen und meine HĂ€nde begannen zu schwitzen. Ihre Haare wurden in mein Gesicht geschleudert und ihre Hand berĂŒhrte meine. Wir hatten uns zwar erst vor wenigen Wochen das erste Mal kennen gelernt, doch ich war mir sicher, dass sie die richtige war. Auch wenn sie eine Sterbliche war. Und das erschien nicht nur mir so. Auch sie genoss die Zeit mit mir und nĂ€herte sich mir. Nun konnte ich ihre verschiedenen Farbkleckse ihre Linsen erkennen. Bunt, schillernd und völlig Besitz erziehend. Sie durchbohrte mich förmlich mit ihren starken Blick, der sich bis hin zu meinen Herzen fraß. „Wollen wir ein StĂŒck raus laufen? Wir haben uns nun eine Zeit lang nicht gesehen.“ Verwundert schlug sie ihre Augenlider auf und öffnete einen Spalt ihren Mund. „Ein Date?“, hauchte sie. Mein Gesicht errötete und ein breites, schiefes Grinsen stach hervor. Ihre Augen glitzerten und eine Woge aus Erleichterung durchströmte meinen Körper. Sie schien erfreut ĂŒber meine Anfrage zu sein. „Ja, wieso nicht“, krĂ€chzte ich und legte einen Arm um ihre Schultern. GlĂŒcklicherweise zog sie ihn nicht weg: im Gegenteil, sie presste ihren elfenhaften Körper an meinen und legte ihren Kopf auf meine Schultern. Lucia war nicht besonders groß aber trotzdem war sie bildhĂŒbsch. Sie hatte mir erzĂ€hlt, sie wohne erst seit wenigen Monaten hier in Lower Gwenedd. Sie kannte sich nicht besonders gut aus und ĂŒbergab mir schnell das Wort. Sie war zwar nicht wortkarg aber auch nicht so gesprĂ€chig, wie all die anderen MĂ€dchen. Sie war einfach hinreißend. Meine Knie weichten sich auf und mein Atem ging unregelmĂ€ĂŸig. Erschrocken starrte sie mich an. „Jaspar? Stimmt etwas nicht mit dir?“ Sie riss sich aus der festen Umarmung und wich einige Meter zurĂŒck. Wenn sie nur wĂŒsste, wer ich in Wirklichkeit war. Ich könnte nie wieder ihre weiche Haut berĂŒhren, geschweige ihren betörenden Duft wahrnehmen. Sollte ich nun die Gelegenheit nutzen, und ihr sagen wer oder besser formuliert, was ich war? Das Licht, der Laternen, die uns die winzigen Gassen beleuchteten brannten in meinen Augen, und die sĂŒĂŸe Meeresluft trat mit wuchtigen WindstĂ¶ĂŸen nĂ€her an uns heran. „Nein, mit mir ist alles okay.“ PrĂŒfend senkte sie ihren Kopf, als sie meine Stimme klingen hörte. „Alles ist völlig normal“, flĂŒsterte ich leise in mich hinein. Ich war mir sicher, ich wĂŒrde sie nicht, wie die zahlreichen anderen, bildhĂŒbschen MĂ€dchen töten. Sie war mir zu wichtig, denn sie strahlte genau das aus, was ich mochte. Freundlichkeit, Offenheit und Geborgenheit. Beruhigt kam sie nĂ€her auf mich zu gelaufen und hielt kurz vor mir an. Das Wasser peitschte laut klirrend an die moosige Mauer, die nur wenige Meter von uns entfernt dalag. BĂ€ume warfen geisterhafte Schatten und einige betrunkene MĂ€nner, saßen schrill lachend auf einer Bank. „Lass uns dort hingehen.“ Lucia zeigte auf ein kleines Restaurant, was oberhalb des Ufers lag. AbgezĂ€unt von etlichen Wiesen, lag es still da. Leichte, melodisch Musik erklang aus zwei Musikboxen und kĂŒnstlerische Bilder hingen an den WĂ€nden. Eine etwas korpulentere Dame stieß uns an einen freien Tisch und zĂŒndete eine Kerze an. Was war das denn fĂŒr ein Date, dachte ich in mir hereinkehrend. Ein Date meiner TrĂ€ume, irgendwo musste es doch einen Harken geben. Höflich legte ich die Serviette auf meine Oberschenkel. Aus meinen Augenwinkel konnte ich erkennen, dass ein deutlichsichtbares Grinsen ihr Gesicht schmĂŒckte. „Wie alt bist du?“, fragte sie interessiert. Ihr Kinn lag auf ihren Knöcheln und ihre Nasenspitze berĂŒhrte fast meine Stirn. „Ich bin neunzehn und du?“ „Sechzehn“, erwiderte sie beschĂ€mt. „Glaubst du an Schattenwesen?“ Ihre Stimme klang trocken und ernst. Ihre Augen schimmerten in dem Kerzenlicht, schwarz und ihre ZĂ€hne blitzten weiß hervor. Sie hatte keine FangzĂ€hne wie ich. Sie war eine Sterbliche und ich ein Wesen, der verborgenen Schattenwelt. „Ich finde, mal sollte die Mythologie nicht unterschĂ€tzen
“ Angespannt fuhr ich mit meiner Zunge ĂŒber meine trockenen Lippen und wollte Weitersprechen, doch sie war mir bereits ins Wort gefallen. „Du bist einer von ihnen, nicht wahr?“ Empörung glitt von meinem Gesicht und zwĂ€ngte sich in ihren Augenwinkel. Bleich vor Schreck, wurde ich um die Nase und kauernd hielt ich mich an der Tischkante fest. „Wieso.. Woher
du bist eine
 warum weißt du das?“, jaulte ich unbeholfen. Sie rĂŒckte mit ihrem Kopf nĂ€her an mich heran und flĂŒsterte mir einige Worte ins Ohr. „Ich habe so etwas gespĂŒrt. Ich habe dich auf der Jagd gesehen. Deine FangzĂ€hne, sind auch nicht gerade unsichtbar.“ Ich hörte die Ironie in ihrer Stimme und baute Wut auf. Sie war zwar bildhĂŒbsch, charmant und durchaus eine sehr perfekte Gattin, doch wusste sie bereits alles ĂŒber mich, was eigentlich niemand wissen sollte? „Aber, wieso redest du dann noch mit mir? Ich hatte dich beim ersten Treffen angelogen!“ Ihre Lippen formten sich zu einen bösen Strich und ohne mich aussprechen zulassen fiel sie mir ins Wort. „Ich mag dich und einerseits hĂ€tte ich an deiner Stelle auch nicht meine IdentitĂ€t preisgegeben.“ „Aber ich bin ein Blutsauger. Ein Kind der Nacht und mit so was möchtest du befreundet sein? Ich bin gefĂ€hrlich fĂŒr dich“, konterte ich mit harten GesichtszĂŒgen. Meine HĂ€nde waren zu FĂ€usten geballt. „Nein, ich möchte nicht befreundet mit dir sein. Ich will dich lieben.“ Ihre Worte knallten wie Feuerwergskörper in meinen Ohren und gierig stand sie auf und legte lustvoll ihre Lippen auf meine. Sie fĂŒhlten sich kalt und weich an. So hatte ich mir nicht die Lippen einer Irdischen vorgestellt. Ich wusste zwar das ich stark genug war niemanden anzugreifen, doch ob ich es auch bei ihr schaffen wĂŒrde? Ihr Blut roch köstlich und ich sah ihre BlutgefĂŒllten Anderen empor stehen. „®tschuldige“, murmelte sie, nachdem sie mich wieder los ließ. Zitternd legte sie ihre Finger auf ihre Lippen. „Ich weiß, dass du gefĂ€hrlich bist, aber ich kann mich verteidigen“, sagte sie der Situation abweichend. Ich nickte und sortierte all meine neuen EindrĂŒcke. „Lucia, sei still“, fauchte ich. Perplex musterte sie mich und legte ihre Hand auf ihr Bein. „Ich habe dich gesehen und dachte mir das du der wĂ€rst, der fĂŒr mich kommen sollte. Ich habe immer an die wahre Liebe geglaubt“, schrie sie und rannte mir knall roten Kopf in Richtung TĂŒr. Jetzt war mir klar, was der Haken an dem Date war. StĂ¶ĂŸe aus Verzweiflung trieben sich durch meinen Körper. „Lucia“, brĂŒllte ich ihr nach. Ihre Lederhandtasche ragte an der Stuhllehne und der Rauch der erloschenen Kerze, drang hoch. Schweißperlen trieften mir den Nacken runter und bald wĂŒrde ich aussehen, wie ein nasser Pudel in einem Hemd. „Lucia“, ertönte meine Stimmer erneut. Mit einer festen Handbewegung riss ich die RestauranttĂŒr auf und rannte ihr nach. Sie war schnell unterwegs. Man erkannte ihr Profil nur wenig aber ich war mir sicher, dass sie es war. „Warte!“ Mit nassen Lidern und bebendem Körper sackte sie auf dem Sand zusammen. Sie griff nach meiner Hand und zog mich mit ans sich. Runter auf den kĂŒhlen Boden. „Hier deine Tasche.“ Ein kleiner Seufzer verließ ihren Mund und ich schaute in ihre klebrigen Augen. „Ich mag dich sehr, aber ich will nicht, dass du einer Gefahr ausgeliefert bist.“ BeschĂ€mt zog sie ihre Jacke ĂŒber die Schultern und legte ihren Kopf auf meine Schulter. Ich hörte ihren tiefen Puls und das durchströmen ihres Blutes. „Wieso versteht das denn keiner. Ich kann auf mich alleine aufpassen“, protestierte sie und griff nach meiner Hand. Was dann geschah kam völlig ĂŒberraschend. Von LĂŒsten getrieben liebkoste sie mich. Gierig presste sie mich an sich und durchkĂ€mmte mein Haar. Ihre knochigen Finger gruben sich einen Weg durch meine Haarpracht. „Ich will dich lieben“, stöhnte sie und löste sich von meinen Lippen. „Mir ist klar, dass du ein Blutsauger bist, aber ich will dich lieben. Zwar könnte es Schwierigkeiten geben, denn
“ Ihre Stimme wurde leiser und wurde dann ganz von dem Klingelton meines Handys ĂŒberbrĂŒckt. „Tucker“, brĂŒllte ich in den Hören und ließ ihn kaum zu Wort kommen. Er klang hysterisch. „Was ist passiert?“ Ruhig erklĂ€rte er mir seine Lage und bat mich so schnell wie möglich zu ihm zu kommen. Tucker gehörte der Vampirfamilie in Pennsylvania an. Er war genau das gleiche Wesen wie ich, nur mit dem Unterschied das er freiwillig zu einem Menschenmörder geworden ist. Ich wurde einfach in jener Nacht aus dem Schlaf gerissen. Ich dachte ich schaute nicht richtig, als ich zwei Vampire mit hasserfĂŒllten Gesichtern ĂŒber mir ragen sah. Ich konnte mich nicht bewegen, auch wenn ich vor der Verwandlung stark genug gewesen wĂ€re. Sie waren einfach mĂ€chtiger. Langsam kehrte ich in der RealitĂ€t zurĂŒck und erblickte Lucias bleiches Gesicht. Sie war einige Schritte Vorausgelaufen und hatte sich auf einen kleinen, brĂŒchigen Kahn gesetzt. Dunkles Schilf stand aus dem Wasser empor und vielsagend warf sie mir treue Blicke zu. „Musst du weg?“ Ihr Kopf lag auf ihren Knien und ihre Haare fielen ĂŒber ihre Beine, runter auf das Kahn. „Ja, es tut mir furchtbar Leid. Wir werden uns bestimmt bald wieder sehen.“ Sie zwinkerte mir zu und schwang ihre Lippen. „Okay, ich will nur, dass du weißt, dass ich dich sehr mag“, flĂŒsterte sie leise. Doch ihr FlĂŒstern glich einem BrĂŒllen und gutverstĂ€ndlich drang es in mein Ohrinneres. „Ich mag dich auch“, erwiderte ich schlaff und kehrte ihr den RĂŒcken zu. „Ich muss los, es gibt Schwierigkeiten zwischen den Kindern der Nacht und den Werwölfen.“ Meine Aussage klang so scharf, wie die Klinge eines Rasierers. Entgeistert richtete sie sich auf. „Einen Kampf? Wo?“ Ihre ZĂ€hne klapperten vor KĂ€lte und sie zog ihre Jake fester an sich. „Irgendwo in der Mitte der Stadt. Wahrscheinlich in einem Pub. Ich habe noch keine Ahnung.“ Sie wollte mir widersprechen, ließ es dann doch auf sich beruhen. Ich neigte mich ihr ein letztes Mal zu und sprintete dann davon. Ich hörte mein Herz laut klopfen, als ich um die Ecke bog. Der Boden unter mir glĂŒhte und meine Sohlen meiner Schuhe waren durchlöchert. Ein Kampf gegen zwei Parteien, war zwar nicht außergewöhnlich, dennoch wussten die Wolfsmenschen genau, dass Lower Gwenedd unser Gebiet war. Meine Jacke wehte im wuchtigen Wind und knallte lautlos gegen meine Fingerkuppen. „Denk nach“, brĂŒllte ich in mich hinein. Tucker hatte berichtet er treibe sich in der nĂ€he des Goldbrunnens auf. Und der nĂ€chste Pub lag nur wenige Meter entfernt. Bloody Mary. Mit hastigen Schritten kehrte ich zu dem Pub „Bloody Mary“. Die Scheibe des Pubs war durchgebrochen und etliche Scherben lagen auf dem Boden verteilt. Mein Puls raste und misstrauisch durchquerte ich den von Scherben getrennten Weg. „Tucker“, flĂŒsterte ich. Ich hörte ein lautes Klirrend und zuckte zurĂŒck. Ein kleiner, hauchartiger Schatten huschte vorbei. Zu schnell um zu analysieren wer oder besser gesagt, was es war. Ein wurde mir ziemlich bewusst. Ich kam zu spĂ€t. Der Kampf war zu Ende und es sah nicht gut fĂŒr die Blutsauger aus. Tucker und einer seiner Freunde lag auf dem dreckigen Boden, kurz vor den Tresen. Vorsichtig hockte ich mich zu Tucker runter und legte zwei meiner kĂŒhlen Finger auf seinen Hals. Es war zu spĂ€t, etwas Übermenschliches hatte ihn erwischt und ich zweifelte daran ob es nur ein Werwolf gewesen war. Zwar verstanden sich Werwölfe und die Kinder der Nacht noch nie besonders gut aber die Vampire hatten gute Strategien um sich zu verteidigen. Ein Schauer lief mir den RĂŒcken runter und ich ließ den leblosen Tucker liegen. Nun kĂŒmmerte ich mich um seinen Freund, Abal. Abal war nur wenige Jahre Ă€lter als ich, doch ich fĂŒhlte mich fĂŒr in verantwortlich. Er war nicht nur ein besonders guter Freund von Tucker, sondern auch ein Bekannter der Vampirfamilie. Als ich ruhig meine Finger ĂŒber seine Stirn strich, zuckte er mit seinen Lidern. Seine Stirn war mit blutigen Wunden ĂŒbersĂ€ht und seine Haare lagen nass in seinem Gesicht. Sein Stoffhemd war in Blut getrĂ€nkt. Doch ich war mir ziemlich sicher, dass es nicht sein Blut war. „Jaspar“, sagte er bitter. Vorsichtig half ich ihn hoch zu hieven. Mit schmerzenden GesichtsausdrĂŒcken musterte er mich. „Alles in Ordnung?“, fragte ich ihn mit großer Skepsis, in der Stimme. Er konnte sich kein LĂ€cheln verkneifen und griff nach einer nah liegenden Bierflasche. Stöhnend hielt er sie auf seine Wunden. „Wenn man den Kampf außen vor lassen wĂŒrde, wĂ€re alles super.“ „ErzĂ€hle mir doch, was genau passiert ist“, rĂ€umte ich ein und setzte mich zu ihn auf den kalten, dreckigen Boden. „Tucker und ich waren hier im ‚Bloody Mary’, als ich ein Knurren hörte. Mit völliger SelbstverstĂ€ndlichkeit griffen sie uns an, sie schnappten nach uns. HĂ€tte Roy nicht eingegriffen, hĂ€tten sie uns vernichtet.“ Roy war der Pub-Besitzer und hatte somit das ganze Geschehen beobachtet. „Waren es Werwölfe?“ „Ja, sie meinten, wir hĂ€tten weitere Wesen hierher beschwört und mĂŒssten nun bĂŒĂŸen“, gab Abal zu. „Welche Wesen? Feen? Zauberer?“ Völlige Erschrockenheit stach aus meinem Gesicht hervor. „Lower Gwenedd war schon immer eine Vampirstadt gewesen, was denken sich die Werwölfe in unseren Bezirk zu treten und dann mit der Sage, wir hĂ€tten weitere Wesen beschwört. Das hier ist unserer Land und nicht das von dem Wolfsmenschen.“ Ich bebte vor Wut und ĂŒberließ das Reden Abal, bevor ich noch zum Randalieren ĂŒbergehen konnte. „Keine Feenwesen und auch keine Hexenlehrlinge. Neue Wesen, die sich Colter nennen. Sie hatten sich erst mit den Wolfsmenschen angelegt und dessen Land in Anspruch genommen. Nun wollen sie weiter ziehen und unsere Hab und Gut klauen.“ Nachdenklich runzelte ich die Stirn. Schweißperlen, dank der schwĂŒlen Luft tropften zu Boden und der leblose Körper einer meiner verstorbenen Freunde irritierte mich. Tucker. „Was sind es fĂŒr Wesen?“, sagte ich zitternd. „Wesen, die durch Gedanken Menschen ermorden und foltern. Sie sind auf dem Weg, in ein nĂ€chstes mit Vampiren ĂŒberfĂŒlltes Pub. Wir mĂŒssen ihnen folgen!“ Ich hörte Abals Aussage in meinen Ohren klingen und sprang vom Boden auf. Ein allerletztes Mal fĂŒhlte ich Tuckers Pults um sicher zu gehen, dass es keinen Zweck mehr mit ihm hatte. „Wie heißt der nĂ€chste mythologische Pub, wo nur Schattenwesen der Eintritt gewĂ€hrt wird?“, zischte ich und half ihm aufzustehen. Er klammerte sich an meinen Armen fest und vorsichtig schleifte ich ihn aus dem Pub. „Drei Straßen weiter. Der Pub heißt ‚Deathfeelings’. Wir mĂŒssen uns beeilen bevor es zu spĂ€t ist.“ Leise schlichen wir uns an den beleuchteten HĂ€usern vorbei und trafen rechtszeitig im „Deathfeelings“ ein. Buschige, hundĂ€hnliche Wesen schlichen um den Pub und Vampire fauchten laut in die Abendluft. Ich hörte einen von unseren Stamm aufheulen und eilte ihn zur Hilfe. Die Werwölfe rannten ihn zahlreichen Herden auf uns zu. Die MĂ€uler weit aufgerissen und die Krallen weit ausgefahren. HasserfĂŒllt griff Abal zu einen der Wolfsmenschen und schleuderte ihn gegen einen der hölzernen Tische. Blut sickerte ihm vom Gesicht runter und benommen lag der Werwolf auf dem Boden. Empörung raunte durch den Raum und vorsichtig wichen sie zurĂŒck. „Jaspar, was hast du mit meinen Bruder getan?“, brĂŒllte jemand bekanntes durch den Pub. Es war eine weibliche Stimme. Perplex stieß ich einen der leblosen Körper, eines Werwolfes weg und drehte mich um. Meine feuchten Haare fielen mir ins Gesicht und nahmen mir die Sicht, doch auch wenn ich nur wenig erkennen konnte, wusste ich wer vor mir stand. Mit einen blauen Kleid bestĂŒckt schaute sie mich mit ihren brauen Knopfaugen an. „Lucia“, hauchte ich hysterisch. Meine FangzĂ€hne versteckten sich hinter meinen Lippen und das Blut des Werwolfes, den ich zuvor ermordet hatte triefte gerĂ€uschlos auf den Boden. Wie als hĂ€tte man mir ein Eisen Schwert in das Herz gerammt stand ich da. Völlig erschrocken und tausende Gedanken schwirrten mir durch den Kopf. Sie ist doch eine Sterblich, nicht war, dachte ich zweifelnd. „Lucia“, wiederholte ich und hoffte, sie wĂŒrde mir antworten. Mit leerem Gesicht kniete sie sich zu ihrem toten Bruder runter. Hass funkelte in ihren Augen und entgeistert lief ich aus dem Pub. Die Lage hatte sich allmĂ€hlich beruhigt. Die Werwölfe waren zurĂŒck gewichen und bemitleideten ihren toten Sohn. Wut spiegelte sich in meinen Augen und mit rot, gepressten HandflĂ€chen saß ich vor dem Pub. Mein Kopf lag trĂ€ge auf meinen Knien und meine GefĂŒhle rauschten wie eine Welle durch mein Inneres. Hass, Liebe, Geborenheit, Sehnsucht, Trauer, all diese GefĂŒhle tobten in mir. Wieso hatte sie denn nicht gesagt, dass sie keine Sterbliche war. Sie hatte mich glauben lassen, sie wĂ€re eine Sterbliche, doch stattdessen gehörte sie den Wolfsmenschen an. „Jaspar“ Schlaff hingen meine Arme vor mir und erschrocken zuckte ich zusammen. Tilia, eine meiner Freundinnen, die den ganzen Kampf ruhig beobachtet hatte stand mit verschrĂ€nkten Armen vor mir. „Geht es dir nicht gut? Soll ich dich nach hause bringen?“ Liebevoll setzte sich zu mir und legte meinen Kopf an ihre Brust. „Ist es wegen dem MĂ€dchen? Lucia“, fragte sie trocken und versuchte dabei in meine leeren, ausdruckslosen Augen zu schauen. „Ich dachte, sie wĂ€re eine Sterbliche, doch jetzt stellt sich raus, sie ist eine NĂ€rrin. Sie ist ein Feind von uns“, gab ich kurz zurĂŒck und starrte durch das zerbrochene Fenster. Behutsam lehnte sie ĂŒber ihren Bruder und starrte mich an. TrĂ€nen liefen ihr aus den Augen. „Manchmal gibt es Situationen, in denen man schweigen sollte. Sie hĂ€tte es dir gesagt. Du hĂ€ttest sie sehen mĂŒssen, als du zusammen mit Abal in den Pub gestĂŒrmt kamst. Sie hatte dich angelĂ€chelt und dich mit ihren starken Blicken kontrolliert.“ Tilia verstummte und winkte Lucia zu sich raus. Sie erkannte erst beim zweiten Mal, dass sie mit der Handbewegung gemeint war. Sanft legte sie den Kopf ihres Bruders auf den Holzboden und stand auf. Ihre Stiefel, hörte man bis draußen schallen und kurze Zeit spĂ€ter stand sie schluchzen neben uns. „Ich lasse euch alleine. Ich bin mir sicher ihr habt euch noch viel zu erzĂ€hlen“, beteuerte Tilia und stand auf. Ihr schwarzer Mantel blĂ€hte sich im Wind auf und ihre Springerstiefel schalten auf dem Holzboden. „Ich dachte, du wĂ€rst eine Irdische. Wieso hast du mir nicht gesagt, dass du ein Kind der Wolfsfamilie bist? Kennst du denn nicht die Gesetzte. Warum machst du dir alles so schwer?“, sprudelte es aus mir heraus. Meine Kehle brannte und nur zu gerne hĂ€tte ich sie in Wasser getrĂ€nkt. BeschĂ€mt erblickte sie mein weißes Gesicht und sanft legte sie ihre pergamentfarbenen Finger um mein Kinn. „Ich habe niemals gesagt, dass ich eine Sterbliche bin. Das einzige, was dir sagte, ich wĂ€re eine Irdisch, war dein GefĂŒhl. Ich kenne die Gesetzte und ich weiß auch das seit Jahrhunderten ein Machtkampf gegen den Kinder der Nacht und der Werwolffamilie herrscht, aber ich habe mich in die verliebt.“ Ich bemerkte, dass sie schwitzte und nicht gerne ĂŒber das Thema sprach. „HĂ€tte ich dir gesagt, ich wĂ€re ein Werwolf, hĂ€ttest du mich vernichtet“, konterte sie. Ich hörte ihre Verzweiflung in der Stimme klingen und nĂ€herte mich ihr. Ihr Atem drang in meinen Mund und willig riss sie meinen Körper an mich. Ihre Lippen lagen auf meinen und ihre HĂ€nde durchwuschelten mein Haar. Gierig riss ich sie noch nĂ€her an mich, dass ich all ihre WĂ€rme spĂŒrte. Es war ein prickelndes GefĂŒhl, was ich nur selten erlebt hatte. Was nun passieren wĂŒrde, war mir im Moment egal. Mir war zwar bewusst dass es Schwierigkeiten geben wĂŒrde, doch so lange wir zusammen waren und einander vertrauten, wĂŒrden wir den Rat vom Zusammenleben zwischen Werwölfe und Vampire ĂŒberzeugen. Da war ich mir sicher. Stöhnend löste sie sich von meinen Lippen und fiel mir um den Hals. „Ich liebe dich“, rief sie in die Nacht. Dabei schaute sie mich verstohlen an und ein Knurren drang aus ihren Wolfskörper. „Ich liebe dich auch“, rĂ€umte ich ein und ließ meine FangzĂ€hne hervorblitzen.

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Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:27

City of Ashes - Chroniken der Unterwelt, Seite 216

Clarys Lippen zitterten so heftig, dass sie kaum sprechen konnte.
„Glaubst du denn, fĂŒr mich wĂ€re es einfach?“, fragte sie. „Glaubst du ich wĂŒrde nicht das Gleiche empfinden? „ Er hob langsam seine Hand und berĂŒhrte sanft ihre Wange. „Clary, ich hasse es dein Bruder zu sein
 Es fĂŒhlt sich an, als wĂŒrde man mir das Herz rausreißen und drauf stampfen. „ Aber das fĂŒhlte sie auch, schrie sie innerlich, mir tut es auch weh wollte sie sagen aber sie schwieg.
„Jace“, flĂŒsterte sie. Sein Gesicht war nur noch Millimeter vor ihr entfernt und sie spĂŒrte wie ihr Herz raste
Hör auf ihn anzufassen, mahnte sie sich selbst, du wolltest ihn doch nie wieder anfassen, du wolltest ihn bestrafen, hörte sie ihr Gewissen rufen. Simon
 schoss es in ihren Gedanken, schnell wich sie von ihm weg und biss sich auf die Lippen. Jace schaute sie verletzt an, aber seine Lippen verformten sich zu mĂŒhsamen LĂ€cheln „Tut mir leid, ich wollte dir nicht zunĂ€he kommen“, sagte er leise.
„Du weiß das ich es auch will, aber uns bleib keine Wahl“ In seinen Augen flackerte Verzweiflung und Kummer. „Weil wir Geschwister sind“, sagte er ungewöhnlich scharf.
„Jace“, wisperte sie, aber er schaute sie nicht an, seine Augen waren an ihre HĂ€nde geheftet.
„Es wĂ€re wohl besser, wenn ich jetzt gehe“ er schaute sie immer noch nicht an.
„Jace, Nein ich möchte nicht das du gehst, aber wenn du bleibst dann werde ich die Beherrschung verlieren“, sagte sie ausdrucklos.
„Beherrschung verlieren? „ er zog eine Augenbraue hoch und sah sie verwundert an.
„Willst du die Wahrheit wissen? „, fragte sie leise. „Ich habe das Verlangen dich zu berĂŒhren, dich zu kĂŒssen, dich zu lieben. Aber das ist unmöglich und dann sterbe ich innerlich mehr und mehr“, flĂŒsterte sie. Jace sah sie fassungslos an, als hĂ€tte sie gesagt sie wĂ€r mit Magnus zusammen.
„Clary, ich wusste nicht das du das empfindest
“, flĂŒsterte er, doch er hatte sich runter gebeugt und kĂŒsste sie sanft. Clary erwiderte seinen Kuss und vertrieb ihre innere Stimme, die ihr befielt aufzuhören.
„Clary! „, rief jemand, erschrocken fuhr sie zusammen und löste sich schnell von Jace, aber Simon stand schon im Zimmer und sah sie fassungslos an.
„Simon? „, fragte sie und versuchte die verrĂ€terische Röte zu vertreiben.
„Ich wollte dich fragen warum du so lange brauchst um die BettwĂ€sche zu holen, aber ich sehe ja das du beschĂ€ftigt bist“, seine Stimme klang kalt und wĂŒtend zugleich, dass es ihr Schauer bereitete. Dann sah er Jace an „Du bist ihr BRUDER, was erlaubst du dir sie zu kĂŒssen“, brĂŒllte er Jace an, der kreidebleich wurde. Simon ging zu Clary und schaute direkt in ihre Augen, sein Blick war hart und kalt.
„Clary“ er sprach ihren Namen mit so einer KĂ€lte, das sie auf den Boden schaute. „Ich dachte du wĂŒrdest etwas fĂŒr mich empfinden, aber du hast gelogen, du hast mir was vorgespielt. Stattdessen willst du mit jemand zusammen sein, mit dem es unmöglich ist. „ er schenkte ihr ein trauriges LĂ€cheln, dass Clary den Drang gab Simon an sich zu drĂŒcken aber sie unterdrĂŒckte den Drang. Er wĂŒrde sie von sich schieben, er wĂŒrde sie als eine Heuchlerin bezeichnen. Ihr Mund war trocken und sie spĂŒrte dass sie keine Kraft hatte, auf einmal ließ sie die Decken fallen.
„Aber
 „, wollte sie sagen aber sie fand ihre Stimme nicht.
„Aber es ist egal, oder? Was ich fĂŒhle ist dir egal, oder? Jace ist das einzig wichtige, oder? „ er biss sich auf die Lippe und in seinen Augen flackerte heftigen Schmerz. Jace der seit vorhin ganz ruhig war starrte Simon wĂŒtend an „Clary ist es nicht egal! Sie macht sich stĂ€ndig Sorgen um dich. Weiß du noch als du am Abend verschwunden bis? Nach dem gezwungenen Kuss im Lichten Hof? Da hatte sie mich die ganze Zeit gefragt ob es dir gut geht, sie hatte dich versucht zu erreichen. „, entgegnete er kĂŒhl.
„ErzĂ€hl keine LĂŒgen. „, brĂŒllte Simon und verschwand aus dem Zimmer.
„Simon! „, rief sie ihm nach aber er war verschwunden. Clary wandte sich an Jace „Kannst du nicht einfach den Mund halten“ sie war den TrĂ€nen nahe und versuchte Simon einzuholen. „Simon! Bitte bleib stehen „, rief sie ihn nach aber er rannte die Treppen runter und raste mit einer ĂŒbermenschlichen Geschwindigkeit weg. Clary wischte sich die TrĂ€nen weg und rannte ihm nach, aber jemand hielt sie am Arm. Eine schlanke, muskulöse, blondhaarige Person. Jace, kam es in ihren Gedanken.
„Lass mich los! „, brĂŒllte sie, aber er zerrte sie wieder ins Haus.
„Clary. Du schaffst es nicht ihn einzuholen, er besitzt KrĂ€fte der Verdammten. „, flĂŒsterte Jace.
„Aber, ich muss ihn einholen“, schluchzte sie.
„Nein“, sagte er wĂŒtend.
„Es ist alles deine Schuld, warum tust du mir so weh? Warum lĂ€sst du mich nicht ich Ruhe“, schrie sie und riss sich von seinem Griff. Clary lief wieder ins Zimmer, aber sie wandte sich noch mal an Jace der sie fassungslos ansah.
„Jace, Ich hasse dich“, flĂŒsterte sie so leise, das sie hoffte das er es nicht hörte.
Er presste seine Lippen zusammen, seine Augen waren dunkel und hart wie Murmeln. „Tut mir leid ich werde mich nie wieder bei deinen Angelegenheiten einmischen“, zischte er und verschwand aus ihren Blickfeld.
„Jace“, wollte sie sagen aber sie war zu geschockt, dass nur heiße Luft rauskam.
Warum mache ich alles kaputt? Warum musste ich Jace und Simon verletzen? MĂŒhsam ging sie ins Zimmer und legte sich aufs Bett. Es hat kein Sinn mehr, ich muss die ganze Zeit in seiner NĂ€he sein, ihn anschauen aber als er mich gerade angesehen hat, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren, sie biss sich auf die Lippe.
„Clary? „ Clary stand erschrocken auf und sah Luke vor ihr stehen, der sie besorgt ansah.
„Was ist los? Hast du dich mit Simon und Jace gestritten? „ Clary riss die Augen auf, woher soll er wissen das sie mit den beiden Streit hat, hat er etwa gelauscht ĂŒberlegte sie.
„Wie kommst du darauf? „, fragte sie leise, um den Schmerz zu verbergen.
„Weil Jace wĂŒtend ins Wohnzimmer gekommen ist und irgendetwas von dir und Simon geredet hat. Da dachte ich vielleicht dass er mit dir und Simon Streit hatte, wenn wir gerade von ihm reden. Wo ist er eigentlich? „ Clary schloss die Augen, sie sah Simons verletztes, wĂŒtendes Gesicht so deutlich wie ein Bild.
„Er musste nach Hause“, flĂŒsterte sie, doch Luke verstand und nickte. „Clary. Es tut mir so leid“, sagte Luke als wĂ€re es seine Schuld.
„Nein Luke, du trĂ€gst keine Schuld, es war alles meine Schuld. „, widersprach sie ihm. Denn ich mache alles kaputt, ich mache alles falsch dachte sie verbittert.
„Nein du machst nicht alles kaputt“, erwiderte er mit fester Stimme. Clary starrte ihn verblĂŒfft an- Warum traf er immer ins Schwarze? Warum weiß er immer was sie gerade denkt
 dachte sie verzweifelt.
„Clary, was wĂŒrde deine Mutter sagen wenn sie dich jetzt so sehen wĂŒrde. Du darfst dich nicht immer die Schuld geben, sie wĂ€re sehr enttĂ€uscht von dir. Jocelyn war schon immer eine starke Frau und das bist du auch. Du darfst dich nicht immer schlecht machen. Simons Verwandlung ist nicht deine Schuld, mach dir nicht immer VorwĂŒrfe“ Er ging auf sie zu und zog sie sanft an sich, als wĂ€re sie noch ein kleines MĂ€dchen.
„Ach Luke“, schluchzte sie und drĂŒckte sich fester an ihm.
„Au“ stöhnte Luke, Clary löste sich von ihm und sah ihn fragend an.
„Meine Wunden sind noch nicht ganz verheilt“, beantwortete er ihre unausgesprochene Frage.
„Tut mir leid“, flĂŒsterte sie.
„Kein Problem. Ich geh mich jetzt hinlegen“, entgegnete er lĂ€chelnd, sein Gesicht war noch schmerzverzerrt obwohl er sich große MĂŒhe gab es zu verbergen. Sie nickte und flĂŒsterte „Guten Nacht Luke! „
„Guten Nacht Clary“ und er ging aus dem Zimmer.

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Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:29

City of bones, englische Ausgabe, Textstelle ab Seite 318




 Doch vor der TĂŒr blieb sie abrupt stehen. Ihr Herz schmerzte fĂŒrchterlich und dies, obwohl sie genau wusste, das Jace niemals seinen Emotionen freie Hand gewĂ€hren wĂŒrde.
Er war wie ein eiskalter Stein in einer Brandung, der still hielt und die Qualen ertrug. Nur so hatte er es gelernt, nur so sah er einen Sinn in seinem Leben.
Sie wusste, dass es nie soweit hĂ€tte kommen dĂŒrfen. Dennoch schafften es einige TrĂ€nen sich einen Weg an ihren Wangen herab zu suchen.
Fassungslos ließ sie sich zu Boden sinken, kauerte sich unbeholfen vor die schwere HolztĂŒr, die sie von Simon trennte.
Sie vermisste ihre Mutter, fĂŒhlte sich allein gelassen und hilflos. Sie war sich nicht sicher, was sie als nĂ€chstes tun musste, außer das ein GesprĂ€ch mit Simon unĂŒberwindlich bevorstand. Ein letztes Mal blickte sie den langen Flur hinab, in dem Jace verschwunden war, bevor sie sich langsam aufrappelte und die TĂŒr zu ihrem Zimmer öffnete.

Simon saß still auf der Bettkante. „Hast du dich doch nicht fĂŒr deinen Helden entschieden?“, fragte er Clary spöttisch. Sie seufzte nur, bevor sie ebenfalls auf der Bettkante Platz nahm. „Simon..“, begann sie und wurde blitzartig unterbrochen. „Nein nicht Simon ...und eigentlich habe ich ĂŒberhaupt keine Lust mit dir zu reden.“
Damit stand er auf und ging zum Fenster herĂŒber, wodurch ein sanfter Schimmer Mondlicht fiel. „Wieso verletzt du mich ausgerechnet mit diesem Kerl?“ Clary blickte ihn verstĂ€ndnislos an. „Clary...“, fing er an, doch bevor er die Chance hatte weiter zusprechen, sprang sie von der Bettkante auf, griff nach ihrem Tagebuch und verließ abrupt das Zimmer. Sie hatte die Nerven gestrichen voll. Erst verschwand ihre Mutter, dann lernte sie SchattenjĂ€ger, DĂ€monen und sonstige Arten von Kreaturen kennen und nun hatte sie auch noch Probleme mit Kerlen und dies in ausgerechnet einer solch unpassenden Situation.

Wieder rannten TrĂ€nen an ihrem Gesicht herab, doch ihr war es schlichtweg egal. Aufgelöst lief sie den langen Flure entlang, bis sie schließlich in der großen Bibliothek ankam. Sie horchte fĂŒr einige lange Momente in die Dunkelheit hinein. Doch es herrschte Stille, die Clary angenehm ĂŒberraschte. Kein Jace, kein Simon und kein Hodge in der NĂ€he. „Endlich.“, flĂŒsterte sie leise zu sich selbst. Dann kauerte sie sich auf einen der bequemen Sessel und beobachtete wie das Mondlicht die Bibliothek auf eine wundervolle Weise verzauberte. Es spielte förmlich mit den RĂ€umlichkeiten und ließ die BĂŒcher in einem neuen Glanz erstrahlen. Clary beobachtete, wie sich das Lichtspiel von Minuten zu Minute verĂ€nderte, bis sie endgĂŒltig in ihren Gedanken versunken war und schließlich die Augen vor lauter Erschöpfung schloss.

Kaum war sie in in einen tiefen Schlaf verfallen, blickte Clary in ein bekanntes MĂ€nnergesicht. Es strotzte vor lauter ĂŒberflĂŒssiger Energie. Sein Haar war beinahe Silber und seine Augen leuchteten in einem gefĂ€hrlichen Goldton. „Valentine.“, entfuhr ihr es plötzlich.
Augenblicklich nahm die Gestalt Form an und sie konnte nur zu gut verstehen, wieso ihre Mutter diesem Mann verfallen war. Sein Auftreten war machtvoll, sein Äußeres von solch einer Schönheit, die sich Clary nur hĂ€tte ertrĂ€umen können. Doch in seinem Blick konnte sie den Hass erkennen. Einen blutrĂŒnstigen Hass, den sich nicht nachvollziehen konnte.
„Wo ist meine Mutter?“, rief sie Valentine entgegen, der lachend an seinem Platz stehen blieb. Dann blickte er ihr fĂŒr einen kurzen Augenblick tief in die Augen. „Wie deine Mutter.“, flĂŒsterte er in einem solch rauen Ton, dass Clary die Haare zu Berge standen.
„Was willst du von mir?“ Wieder lachte Valentine nur. Seine Augen wirkten von der Entfernung aus fast schwarz. Konnte dies sein, fragte sich Clary, doch sie hatte keine Zeit um eine Antwort zu finden. „Das wirst du noch frĂŒh genug erfahren.“, sprach Valentine bevor er sich in Luft auflöste.

„Clary.“, „Clary.“, wiederholte immer und immer wieder eine Stimme.
Abrupt sprang Clary auf, mit schnell schlagendem Herzen. „Hast du schlecht getrĂ€umt?“, fragte sie eine vertraute Stimme. Es war Jace, der Clary sanft zurĂŒck auf den Sessel schob, sodass sich ihr Herzschlag beruhigen konnte. „Ich habe dich reden gehört...“, begann er, doch Clary verdeutlichte ihm still zu sein. Noch nie zuvor hatte sie einen solch realen Traum erlebt.
„Wovon hast du getrĂ€umt?“, horchte Jace nach, der sich auf den Boden vor dem Sessel gesetzt hatte und seinen Kopf an Clarys Beine lehnte.
„Valentine.“, antwortete sie trocken. Instinktiv verkrampfte sich Jaces Körper fĂŒr einen Augenblick, bis er sich wieder gelassen an Clarys Beine lehnte.
„Simon ist weg.“ „Wie ist er weg?“, fragte Clary zögerlich. Sie war noch viel zu sehr mit dem Traum beschĂ€ftigt, der ihr keine Ruhe ließ.
„Ja er ist vorhin gegangen. Ich habe es zufĂ€llig mitbekommen ...ich dachte, dass ich dir Bescheid geben sollte ...und“, er seufzte bevor er weiter sprach, „ ...eigentlich ist es auch egal.“ Damit stand er auf und wollte gehen, doch Clary griff nach Jaces Handgelenk, der verwirrt stehen blieb. „Bleibst du noch fĂŒr einen Moment?“ Obwohl es dunkel war, erkannte sie ein leichtes Nicken und atmete beruhigend ein.

„Ich habe Angst.“, war ihr erster Satz, nachdem sich Jace wieder vor den Sessel gesetzt hatte. Er versteifte sich. „Jeder hat einmal Angst in seinem Leben.“
„Ja, aber ich habe keine Angst um mich. Ich habe Angst um meine Mutter und um euch alle.“ Verdutzt blickte Jace zu Clary hinauf, die nur einen Schemen erkennen konnte, da der Sessel das Mondlicht verdeckte. „Clary... Ich, Isabelle und Alec sind dafĂŒr geboren DĂ€monen zu bekĂ€mpfen. Auch wenn du nicht hier wĂ€rest, wĂŒrden wir um unser Leben kĂ€mpfen. Dies ist das einzige wofĂŒr wir wirklich geeignet sind. Hör auf dir ĂŒber solche Dinge sinnlos VorwĂŒrfe zu machen.“
Clary seufzte. „Weis ich doch..“, flĂŒsterte sie kaum hörbar. „Ihr seit SchattenjĂ€ger die ihr Leben lang nur gekĂ€mpft haben und werden.“ Zustimmend nickte Jace, der seinen Kopf zurĂŒck gelehnt hatte, so dass er Clary beobachten konnte.
„Du bist auch ein SchattenjĂ€ger, wenn auch nur halb.“, sprach er kĂŒhl. Nun nickte Clary leicht. Ihre Lippen verformten sich zu einem warmen LĂ€cheln.
Dann zog sie ihr Tagebuch zu sich, dass sie behutsam auf die Sessellehne gelegt hatte. Langsam, blÀtterte sie, bis sie zu dem letzten Eintrag angelangt war.
„Du weist, dass ich eigentlich niemandem meine Zeichnungen zeige.“, sprach sie zu Jace, der gespannt auf das weitere Handeln von Clary wartete. „Und normalerweise bin ich auch froh darĂŒber, wenn niemand einen Einblick in mein Leben bekommt..“,fuhr sie fort, woraufhin Jace nickte.
„Aber heute Nacht möchte ich dir etwas zeigen und verstehe es bitte nicht gleich falsch...“, wieder nickte Jace. Daraufhin hielt sie Jace den letzten Eintrag entgegen, der nur undeutlich zu erkennen war in dem schwachen Mondlicht. „Bin ich das?“, fragte Jace verwundert. Sie nickte nur.
„Wieso habe ich FlĂŒgel?“ Seufzend klappte Clary ihr Tagebuch zu. „Darum. Ich zeichne nicht nur was ich sehe, sondern wie ich fĂŒhle, wie ich es erlebe. Wie gesagt, du musst es wirklich nicht verstehen.“
Jace drehte sich nun komplett zu Clary, schaute ihr, noch immer verwundert, in die Augen. „Wenn ich nur verstehen könnte, wieso ich dich so gerne in meiner NĂ€he habe...“ Clary lĂ€chelte bloß. „Sei einfach Still.“
Bevor Jace es ĂŒberhaupt mitbekommen konnte, drĂŒckte sie ihm einen sanften Kuss auf die Stirn.
„Ich habe noch nie so ein MĂ€dchen wie dich getroffen.“, sagte er verwirrt. „Jace.. Ich bin schließlich auch nicht irgendein MĂ€dchen.“, lachte sie gelassen.
Dann konzentrierte sich Clary wieder auf ihr Tagebuch, öffnete es und begann zu zeichnen. Sie zeichnete die RĂ€umlichkeiten, die riesigen Regale voller BĂŒcher und Jace, der sie skeptisch beobachtete.

Wie aus dem nichts kam ihr eine Idee, eine Idee die sie sofort aufzeichnete. Jace bemerkte ihren Enthusiasmus.
„Clary?“
„Warte einen Moment Jace, ich glaube ich habe eine Lösung fĂŒr unseres Problem.“
„Problem?“, fragte er irritiert nach.
„Ja, wegen der Suche nach dem Mortal Cup“
Augenblicklich war Jace aufgesprungen und blickte Clary verwirrt an. Er konnte aus ihrer Zeichnung nicht schlau werden — zumindest noch nicht.

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Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:30

City of Ashes S.261


Clarys Lippen zitterten so heftig, dass sie kaum sprechen konnte. „ Glaubst du denn, fĂŒr mich wĂ€re es einfach?“, fragte sie. „Glaubst du
“

„Glaubst du, ich wĂŒrde mir nicht auch wĂŒnschen, ich hĂ€tte mein altes Leben wieder zurĂŒck? Ich hatte ein ganz normales Leben. Meine grĂ¶ĂŸte Gefahr war, abends noch mit der U-Bahn zu fahren, aber jetzt schlage ich mich DĂ€monen herum. Tag fĂŒr Tag habe ich Angst, ich wĂŒrde den nĂ€chsten Tag nicht mehr erleben. Du bist es gewohnt, mit der Gefahr zu leben, aber ich
“, Clary merkte nicht, dass ihr langsam TrĂ€nen ĂŒber die Wangen rollten. Sie war sauer und traurig ĂŒber ihr Leben und wĂŒtend auf Jace, der glaubte, nur er hĂ€tte Probleme.
„Clary,
bitte hör auf zu weinen. Bitte! Ich weiß, dass das alles schwer fĂŒr dich ist
“, Jace strich ihr vorsichtig ĂŒber das feuchte Gesicht.
„Nichts weißt du!“, Clary stieß Jaces Hand grob von ihrem Gesicht. „Von einem Tag auf den anderen verliere ich meine Mutter und mein komplettes Leben Ă€ndert sich. Ich gehe nicht wie normale MĂ€dchen in die Schule oder langweile mich Zuhause. Ein Zuhause habe ich sowieso nicht mehr, weil ein Forsake alles zerstört hat. Und ich treffe dich. Du hast mich vom ersten Moment, als ich dich gesehen habe, beeindruckt. Dein Gang, deine Augen, deine Entschlossenheit
Du hast mich fasziniert. Du hattest die Anmut eines Löwen. Du wirktest so stark. Zum ersten Mal in meinem Leben fĂŒhle ich Liebe. Ich habe mich in dich verliebt. In deiner Gegenwart habe ich mich so stark gefĂŒhlt. Und dann habe ich sogar das GlĂŒck, dass du dasselbe empfindest. Wir liegen auf einer WellenlĂ€nge. Wir sind wie zwei Magnete, die sich mit unheimlicher Kraft anziehen. Wir können nicht anders als uns zu lieben, aber dieses GlĂŒck sollte mir nicht gegönnt sein. Kurz nachdem wir uns zum ersten Mal kĂŒssten, kommt heraus, dass wir Geschwister sind. Wir tragen dasselbe Blut in unserem Körper. Alles wĂŒrde ich tun, um dies zu Ă€ndern. Alles wĂ€re ertrĂ€glich, wenn ich mit dir vereint wĂ€re, doch es geht nicht.“
Clary fing an zu schluchzen. Alles, was sie in den letzen Wochen versucht hatte zu verdrÀngen, kam jetzt hoch. Es war als wenn ein Damm gebrochen wÀre. Nichts mehr konnte ihre TrÀnen zum Versiegen bringen. Doch Clary bekam nur wenig davon mit. Sie war so in ihrem Wortstrom gefangen. Sie wollte alles heraus lassen auch, wenn sie danach keine Kraft mehr hÀtte.
„Es geht nicht
“ wiederholte sie wie in Trance. Jace stand hilflos vor ihr. Er wusste nicht, was er sagen oder tun sollte. Er hob seine Arme, um sie tröstend um Clary zu legen, doch es hatte keinen Sinn. Clary stieß sie zurĂŒck.
„ Und mein Vater, von dem ich glaubte er sei im Krieg ehrenhaft gestorben, war ein gefĂŒhlsloser Mann, der meine Mutter entfĂŒhrte, um sie als Erpressungsmittel einzusetzen. Er hat sie zu einem hilflosen Mensch gemacht. Sie liegt im Krankenhaus und keiner kann ihr helfen. Vielleicht werde ich nie wieder mit ihr sprechen können. Vielleicht
“, Clary schaffte es nicht, die Worte ĂŒber ihre Lippen zu bringen. Vielleicht wird sie sterben, wollte sie sagen. Clary hatte alles gesagt, was sie zu sagen hatte. Ihre restliche Kraft, die sie noch gehabte hatte, war weg. Sie stand nur noch da und tonlos rollten ihr die TrĂ€nen ĂŒber das Gesicht. Ihre Arme, die eben noch wild gestikuliert hatten, hingen nun schlaff herunter. Jace trat einen Schritt vor und nahm sie in den Arm. Clary wollte und konnte sich nicht mehr wehren. Alles schien ihr sinnlos zu sein.
„ Bitte
 hör auf zu weinen. Es tut mir Leid. Ich hatte vergessen, wie schwer du es hast. Manchmal bin ich auch echt ein gedankenloser Egoist.“ Clary fuhr ein kleines LĂ€cheln ĂŒber ihre Lippen. „ Komm, nicht mehr weinen. Es wird alles gut. Ich bin mir sicher. Und deiner Mutter
unserer Mutter geht es auch bald besser.“ Jace strich Clary sanft ĂŒber den RĂŒcken und zog sie dann langsam von sich, sodass er ihr ins Gesicht schauen konnte. Er wischte mit dem Zeigefinger die TrĂ€nen von ihren Wangen. Ein paar Haar-StrĂ€hnen hingen Clary ins Gesicht, die Jace mit einer eleganten Handbewegung wieder hinter ihr Ohr strich. Die WĂ€rme und die Kraft, die Jace ausstrahlte, taten Clary gut. Es gab ihr Kraft und Mut. Sie wĂŒnschte sich, sie könnte die Zeit anhalten und fĂŒr immer so verharren. Jace hielt Clarys Gesicht in den HĂ€nden und strich vorsichtig mit seinen Daumen ĂŒber ihre Lippen, die immer noch zitterten, als plötzlich eine Stimme die Beiden hochfahren lies. Jace und Clary hatten wie in Trance nichts von ihrer Umwelt wahrgenommen, doch die Stimme weckte sie auf.
„Clary?“


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Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:30

Prolog

Mit TrĂ€nen in den Augen lief ich auf ihn zu und fiel in seine Arme. Beruhigend strich er mir ĂŒber den RĂŒcken. „Ist doch alles gut.“, hauchte er mir ins Ohr. Alles gut?! , dachte ich. Ja, so sieht es wirklich aus. Wenn man davon absieht, dass gerade meine Schwester umgebracht wurde, ich völlig am Boden zerstört war und meine Mom mich hasste. Das klingt wirklich so, als ob alles gut wĂ€re. Doch stattdessen sagte ich nur: „Nichts ist gut.“ Und stieß ihn grob von mir weg.

Ich trat aufs Gas und dĂŒste ĂŒber die Landstraße. Summend klopfte ich den Takt des Liedes auf dem Lenkrad mit und sah wie die Anzeige des Tachos langsam aber sicher auf die 200 km/h zuging. Plötzlich klingelte mein Handy. Irgendwo in der Tasche auf dem Beifahrersitz. „Verflixtes Teil!“, fluchte ich leise und wĂŒhlte in der Tasche. Mit der einen Hand hielt ich nun das Lenkrad und mit der anderen wĂŒhlte ich immer noch leise fluchend in der Tasche.
Plötzlich hörte ich ein lautes Krachen und wurde auch schon gegen das Lenkrad geschleudert. Entsetzt riss ich die Augen auf und merkte wie sich das Auto ein paar Mal ĂŒberschlug, dabei schlug ich mit dem Kopf wieder auf das Lenkrad. Ein heftiger Schmerz durchzuckte mich. Den AnhĂ€nger meiner Kette hatte sich gelöst und ich hielt ihn jetzt fest in meiner Hand. Denken konnte ich im Moment gar nicht, ich merkte nur wie mir auf einmal eine warme FlĂŒssigkeit ĂŒber die Lippen lief und kurz darauf hatte ich auch schon das Bewusstsein verloren. Es wurde einfach schwarz, es tat gut. Die schwĂ€rze ĂŒberdeckte den Schmerz und löschte mein GedĂ€chtnis.
Auf einmal wurde ich hoch gehoben. Jemand strich mir besorgt ĂŒber die Wange und flĂŒsterte leise: „Wird sie sich wieder erholen?“ Ich versuchte irgendwas zu sagen, brachte aber keinen Ton ĂŒber meine Lippen. Dann wurde es auch schon wieder komplett schwarz.

„Ich glaube sie kommt zu sich.“, hörte ich eine vertraute, aber zu gleich völlig fremde Stimme neben mir. Vorsichtig setzte ich mich auf und sah mich um. Ich war in einem großen Raum, mit heller Tapete und einem großen, weiß bezogenen Bett. Dieses Zimmer hatte ich noch nie gesehen und ein Krankenhauszimmer konnte unmöglich so leer sein. Dann sah ich ein wunderschönes MĂ€dchen an dem Bett sitzen. Sie sah mich so liebevoll an, wie ich es eigentlich nur von meiner Mutter kannte. Ihre grĂŒnen Augen funkelten und ihr langes, goldenes lockiges Haar umspielte ihre rosigen Wangen sanft. „Wie geht es dir?“, fragte sie mich dann. „Ich
 mir geht es 
 gut.“, stotterte ich. „Wo bin ich? Und wer bist du?“ „Oh, ich bin Scarlett. Und du bist zu Hause.“, meinte sie und strich mir die verschwitzen Haare aus dem Gesicht. „Ich glaube du solltest dich jetzt erstmal frisch machen. Im Bad liegen ein paar von meinen Sachen.“ Dann verschwand sie. Ich blieb einen Moment vollkommen regungslos auf dem Bett. Was hatte sie mit ‚zu Hause’ gemeint? Warum war ich hier? Wer war diese Scarlett? Was war mit Mom? Dann schĂŒttelte ich meinen Kopf und hoffte so wĂŒrden diese ganzen fragen aus meinem Kopf verschwinden. Dann stand ich auf und ging in das kleine Badezimmer. Die Sachen die Scarlett mir rausgelegt hatte, waren alle ein wenig zu groß, aber das war im Moment mein kleinstes Problem. Ich betrachtete mich im Spiegel. Ich war zwar nicht besonders groß, aber auch nicht zu klein. Meine frisch gewaschenen, hellbraunen Haare vielen mir in leichten Wellen ĂŒber die Schulter und meine dunkelbraunen Augen glĂ€nzten Matt. Um meinen Hals hing wieder der kleine, silberne Halbring, den ich schon von Geburt an hatte. Dann nahm ich meine Klamotten und verließ das Bad.

Als ich zurĂŒck in dem großen Zimmer war, saß ein Junge auf dem Bett. „Hi.“, begrĂŒĂŸte er mich und musterte mich kurz. „Hi?“, fragend sah ich ihn an. „Wer bist du? Und was willst du hier?“ „Ich bin Jared. Komm, ich bring dich zu Chayenne.“, sagte er und stand auf. Dann ging er los. Ich folgte ihm so gut ich konnte und schwieg. Was sollte ich diesem wildfremden Jungen auch groß sagen?! Plötzlich blieb er stehen und öffnete die TĂŒr zu einer riesigen Bibliothek. „Wow.“, staunend sah ich mich um. Hinter einem riesigen Schreibtisch auf einem ledernen Stuhl saß eine große, schwarzhaarige Frau und lĂ€chelte. „Jared, du kannst gehen.“, meinte sie und dann deutete sie mir, mich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch zu setzten. „Hallo Summer.“, meinte sie und lĂ€chelte herzlich. „Ich bin Chayenne. Die Mutter von Scarlett. Jared arbeitet fĂŒr mich.“ Ich nickte. „Aber warum bin ich hier?“, platzte ich dann mit meiner Frage heraus. „Scarlett hat dich hierher gebracht und weil es unsere Pflicht ist Unseresgleichen Schutz zu bieten, haben wir dich aufgenommen.“ „Unseresgleichen?!“, fragte ich und sah sie verwirrt an. „Ja, anderen Engeln.“ „Engeln?!“, fragte ich. „Es gibt keine Engel. Genau so wie es keine Vampire, Werwölfe und Ă€hnliches gibt. Diese Figuren gehören in MĂ€rchen.“ Mit einem erschrockenen und zugleich verwirrten Gesicht sah mich Chayenne an.
„Summer?! Geht es dir gut?“, fragte sie mich plötzlich. Doch ich hörte sie schon kaum noch. Hinter meinen Lidern spielte sich plötzlich einen Unglaubliche Szene ab. Eine wildfremde Frau rannte mit mir als kleines Kind auf dem Arm, ĂŒber eine dunkle Straße. Plötzlich sprang ein großer, grauer Wolf aus seinem Versteck. Knurrend und mit gefletschten ZĂ€hnen ging er auf uns zu. Dann wurde alles wieder schwarz, ich versuchte wieder aus der Dunkelheit auf zu tauchen, aber irgendwas hielt mich zurĂŒck. Rote, glĂŒhende Augen tauchten plötzlich in der Dunkelheit auf und funkelten mich an, und ich meinte zu spĂŒren wie er mich hĂ€misch angrinste, so als wolle er sagen: ‚Ich werde dich kriegen!’
Plötzlich riss ich meine Augen auf und schrie panisch auf. „Nein
!“ Chayenne stand auf einmal vor mir und drĂŒckte mir vorsichtig eine Hand auf den Mund. „Schsch
Es ist alles gut.“, flĂŒsterte sie beruhigend. Langsam beruhigte ich mich wieder und atmete tief durch. Chayenne nahm ihre Hand von meinem Mund. „Was hat das zu bedeuten?“, fragte sie mich dann. „Was hat was zu bedeuten?“, ertönte plötzlich Jareds Stimme von der TĂŒr. „Summer, sie wurde plötzlich ganz panisch, als hĂ€tte sie irgendwas Schreckliches gesehen.“, meinte seine Mutter. Er sah mich an. „Und, was hast du gesehen?“, fragte nun auch er. Wieder atmete ich tief durch. „Nichts, ist nicht so wichtig.“, murmelte ich schnell und sprang auf. „Kann ich jetzt gehen? Ich möchte Scarlett sprechen.“ Erstaunt sahen Chayenne und Jared mich an. Dann hatte Jared sich wieder gefasst. „Ja, klar. Warte ich bring dich zu ihr.“, meinte er und ging voran. „Wo ist sie denn?“, fragte ich, als wir ĂŒber den leeren Flur gingen. „Sie mĂŒsste eigentlich in der Waffenkammer sein.“ „Waffenkammer?“, fragte ich und hoffte instĂ€ndig ich hĂ€tte mich verhört. „Ja, in der Waffenkammer. Warum wundert dich das so? Ach ja, hast du dein Amulett dabei?“, fragte Jared mich dann. „Ach, weil ich hier einiges sehr komisch finde. Erstmal die Behauptung, dass es Engel, Werwölfe und Vampire gibt, und dann gibt es plötzlich auch noch Waffenkammern fĂŒr einfache Leute.“, meinte ich mit einem Seufzen. „Welches Amulett?“, fragte ich dann und legte den Kopf leicht schief. „So eins.“, meinte er und hielt ihr eine silberne Kette mit einem mittelgroßen, prunkvollen AnhĂ€nger entgegen. „Nein. Warum sollte ich?“, langsam kamen mir diese Leute hier, echt völlig Krank vor. „Weil jeder Engel eines Besitz.“

„Wir sind da.“, meinte Jared plötzlich und blieb stehen. Ich stoppte und sah mich nach ihm um, um ihm zu danken, aber er war weg. KopfschĂŒttelnd öffnete ich die TĂŒr und trat in die Waffenkammer. Sie sah genauso aus, wie ich mir eine Waffenkammer vorstellte. An den WĂ€nden hingen oder lagen auf Regalen Waffen und in die Mitte des Raumes war leer. Scarlett konnte ich nirgendwo entdecken. „Scarlett?!“, fragte ich in die Stille hinein. Plötzlich schwebte ein Schatten von oben hinab. Ich sah hoch und sah, dass der Raum noch viel höher ging. Und oben, fast am höchsten Punkt schwebte Scarlett. Langsam ließ sie sich hinab gleiten. Mit offenem Mund sah ich sie an. Als ich ihre Blicke spĂŒrte schloss ich ihn schnell wieder. Da entdeckte ich sie. Zwei wunderschöne, schwarze, samtene FlĂŒgel, aus Federn saßen an ihrem RĂŒcken. „Ja? Was ist los?“, fragte sie mich mit ihrer sanften, wunderschönen Stimme. Da hatte ich mich auch wieder gefasst. „Warum hast du mich hier her gebracht?“, fragte ich sie. „Du warst schwer verletzt. HĂ€tte ich dich nicht bewusstlos, in deinem Auto, in einem Graben gefunden, wĂ€rst du jetzt 
 tot.“ Das letzte Wort sprach sie still und andĂ€chtig aus. Langsam erinnerte ich mich wieder. An dem Abend, als ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause war, war ich plötzlich einen HĂŒgel hinab gestĂŒrzt. Aber was danach war, wusste ich nicht mehr. „Aber warum hast du mir geholfen? Du hĂ€ttest mich da auch einfach sterben lassen können.“, fragte ich und sah Scarlett an. „Irgendwas hat mir letzten Abend gesagt, du wĂ€rst
“, fing sie an unterbrach sich dann aber. „Ich wĂ€re was?“, hakte ich nach. „Nein, vergiss es.“ Ich schĂŒttelte leicht den Kopf. „Gut, aber jetzt wĂŒrde ich gerne wieder gehen.“, sagte ich dann bestimmt und drehte mich um. „Nein, warte. Du kannst nicht einfach gehen. Ich werde dich nach Hause bringen.“, meinte Scarlett, fast schon flehend. „Ich werde den Weg auch alleine finden, außerdem kann ich sehr gut auf mich allein aufpassen.“ Ich trat aus der TĂŒr und auf den Flur, dabei merkte ich nicht, wie mir ein dunkler Schatten folgte. Kurz ging ich noch in das große Zimmer und nahm meinen AutoschlĂŒssel und meinen dreckigen Klamotten.

Endlich trat ich durch die große EingangstĂŒr und atmete tief ein. Dann sah ich mich um. Eigentlich erwartete ich nicht, dass meine Auto schon wieder repariert war, aber es stand an dem großen Eisentor und schien schon auf mich zu warten. Ich setzte mich hinein und schloss kurz die Augen. Dann startete ich den Motor und fuhr los. Merkte wieder nicht wie mir ein großer Schatten folgte. Ich fuhr die Straßen entlang, bis ich endlich an die Auffahrt zu unserem Haus kam.
Dann stieg ich aus und schloss die HaustĂŒr auf. Eigentlich mĂŒsste meine Mom jetzt zu Hause sein. „Mom?!“, rief ich in die Stille hinein. Ich bekam keine Antwort. Langsam ging ich die Treppen hinauf. Plötzlich hörte ich ein leises Knurren. Ich schaute auf und erstarrte. Oben auf der Treppe saß ein riesiger Wolf. In seinem braunen Fell klebte Blut und seine ZĂ€hne blitzten gefĂ€hrlich. Ich sah ihn einfach an, zu erschrocken um wegzurennen. Da stieß er sich ab und sprang auf mich zu. Seine rieseigen Pranken knallten gegen mich und ich flog mit dem RĂŒcken zuerst auf den Boden auf. Ich stieß einen lauten Schrei aus und sah mich panisch um. Ein paar Zentimeter von mir entfernt lag einer der vielen Regenschirme, die bei uns meist, achtlos in die Ecke geschmissen wurden. Ich griff danach, wĂŒtend knurrend stand der Wolf immer noch ĂŒber mir, dann hatte ich den Schirm fest in der Hand und rammte dem Wolf die Spitze in den Oberkörper, doch dieser verzerrte nur kurz das Gesicht. Verzweifelt schlug ich die Arme vor das Gesicht, als sein Maul sich nĂ€herte und er mir seine ZĂ€hne in die Schulter bohrte. Ein stechender, heißer Schmerz durchfuhr mich, doch es wurde nicht wie erwartet schwarz um mich herum und auch der Schmerz verschwand nicht. Plötzlich sprang etwas Großes elegant aus dem Schatten der TĂŒr und versetzte dem Wolf mit dem Fuß einen so heftigen Tritt, dass dieser gegen die gegenĂŒberliegende Wand geschleudert wurde. Er jaulte auf und stĂŒrzte sich wieder auf mich. Ich schrie erneut auf, da wurde ich an die Seite gezogen. „Komm.“, flĂŒsterte dieser jemand, als ich aufsah, erkannte ich dass es Scarlett war. Sie sah mich nicht an sondern zog mich Richtung Auto, doch anstatt ins Auto zu steigen, blieb sie stehen und hob mich hoch. Nun lag ich in ihren Armen, so als wĂ€re ich nur eine Puppe. Doch bevor ich noch lange ĂŒberlegen konnte, schwang sie sich mit ihren FlĂŒgeln in die Luft. Wir flogen immer höher und höher. „Wohin
 wohin fliegen wir?“, brachte ich unter starken Schmerzen hervor. „ZurĂŒck
 ZurĂŒck nach Hause.“, meinte sie nur. Kurze Zeit spĂ€ter landeten wir auf dem Dach, des riesigen GebĂ€udes und stiegen durch einen Dachluke hinab. Ich hatte die Augen geschlossen und spĂŒrte nur wie sich mich vorsichtig auf ein großes weiches Bett legte. Die Schmerzen wurden immer stĂ€rker und ich verlor allmĂ€hlich an Beherrschung. Ich biss die ZĂ€hne aufeinander um nicht zu schreien und fasste mit der einen Hand an meine Schulter. Ich ertastete etwas Nasses, Warmes. Frisches Blut lief hinab und trĂ€nkte das Bettlaken. Ich hatte meine Augen bereits wieder geöffnet. Scarlett sah mich besorgt an. „Keine Sorge. Chayenne wird gleich etwas dagegen unternehmen.“ Und da betrat diese auch schon das Zimmer. „Scarlett? Was ist denn passiert?“, fragte sie ihre Tochter und dann sah sie mich. „Oh mein Gott. Summer.“ Aus ihrer kleinen Tasche, die sie immer bei sich trug, holte Chayenne eine kleine Flasche, diese setzte sich an meine Lippen. „So,
“, murmelte sie. Langsam verschwamm alles um mich herum und auch den Schmerz nahm ich kaum noch wahr. Dann verschluckte mich eine Welle der Dunkelheit.

MĂŒde öffnete ich meine Augen. Blinzelnd sah ich mich um. „Scarlett?“, fragte ich. Sie legte ihre Hand auf meine und lĂ€chelte leicht. „Ich bin hier.“, flĂŒsterte sie. „Und ich werde auch noch da bleiben. Aber du musst liegen bleiben.“ „Was ist passiert? Wo ist Mom?“, meine Stimme zitterte. „Du bist in eurem Haus von einem Werwolf angefallen worden. Ich habe ihn getötet, aber ich bezweifele, dass das der einzigste war. Da mĂŒssen noch mehr sein. Lucindia? Sie, sie
 sie ist.“, Scarlett schluckte. Erschrocken sah ich sie an. „Was ist mit Mom?“, schrie ich. „Schsch
 du musst dich schonen.“, Scarlett seufzte leise, dann holte sie tief Luft. „Lucindia, sie
 hat sich
 umgebracht.“ Erschrocken blinzelte ich sie an. „Nein
 nein, so was wĂŒrde Mom nicht machen
 Nein
“ Schluchzend sank ich in mich zusammen. Scarlett nahm mich tröstend in den Arm. Ich spĂŒrte, dass sie irgendwas bedrĂŒckte. Als ob sie mir irgendwas verschwieg, und es mir sagen wollte. Also sah ich mit geröteten Augen auf und sah sie an. „Scarlett. Ist irgendwas, was ich noch wissen muss?“, fragte ich leise. Sie sah mich an und nickte leicht. „Ich
“, sie holte tief Luft. „Ich muss dir was zeigen, warte kurz.“ Sie stand auf und wĂŒhlte in ihrer Tasche. Dann zog sie einen kleinen silbernen Halbring hervor. Er sah genauso aus wie mein eigener. Ich fasste mir an den Hals und ertastete meinen eigenen AnhĂ€nger. „Aber
 woher hast du ihn?“, fragte ich und sah Scarlett ĂŒberrascht an. „Lucindia hat damals zwei solcher Ringe angefertigt. Sie sind einmalig und sieh dir mal die Gravur im Inneren an.“ ‚Summer’ stand auf der Innenseite ihres Ringes. Ich erstarrt und nahm meinen AnhĂ€nger. Und fast wie erwartet stellte ich fest, dass in meinem ‚Scarlett’ stand. „Was hat das zu bedeuten?“, verwirrt sah ich Scarlett in die Augen. Sie hatten die gleiche Form wie meine. „Summer. Du
 du bist meine Schwester. Ich dachte immer, ich hĂ€tte dich verloren
 aber du lebst.“, an Scarletts Wange lief eine TrĂ€ne entlang. Dann drĂŒckte sie meine Hand ganz leicht. „Aber warum?“ „Damals wurde unser Haus von einem feindlichen Rudel Werwölfe angegriffen. Dad kam dabei ums Leben und du
 du wurdest gebissen und schwebtest in Lebensgefahr, aber Mom wollte dich nicht an Sebastian ausliefern. Er hat damals ĂŒber die Engelschaft regiert. Er war zwar großzĂŒgig und gerecht, aber wenn ein Engel Gift eines Werwolfes oder Vampirs in den Adern hatte war er nicht weiter ein Engel. Allerdings wurden wir verraten, Mom wurde aus dem Himmelsreich verbannt und nahm mich mit. Dich aber musste sie da lassen. Irgendwann kam plötzlich eine Nachricht von dem neuen Herrscher. Wir können dich jetzt wieder abholen, sie hatten dich, als du ein Kleinkind warst 5 Jahre dort gefangen gehalten. Mittlerweile warst du schon 8 Jahre alt und total verĂ€ngstig. Mom holte dich, aber lange hielt sie es nicht aus. Du zogst auf seltsame Weise immer wieder das Rudel an, das damals unsere Familie angegriffen hatte. Also beschloss sie, dich an ihre beste Freundin zu geben. Lucindia. Diese hatte keinen Mann und wĂŒnschte sich ein Kind. Sie wusste nichts von Engeln und glaubte auch nicht daran. Also nahm sie dich auf und erzog dich zu einem normalen MĂ€dchen. Allerdings dachten Mom und ich, du wĂŒrdest das nicht lange ĂŒberleben, schließlich brauchen normal Engelskinder eine Ausbildung und ihre FlĂŒgel mĂŒssen sich entfalten, andernfalls wĂŒrden sie schon bald sterben. Aber du lebst. Summer. Ich habe dich so vermisst.“ Ich hatte gelauscht. Dann konnte ich mich nicht mehr zurĂŒckhalten. „Also ist Lucindia gar nicht meine richtige Mom?! Sie war nur eine Pflegemutter und ich bin ein Engel?“ Scarlett nickte. „Deine leibliche Mutter ist Chayenne. Summer, steh mal bitte auf.“ Ich gehorchte und ignorierte den Schmerz in meiner Schulter. „So und jetzt konzentriere dich auf deine FlĂŒgel.“ Fragend sah ich sie an. Schließlich hatte ich noch nie meine FlĂŒgel benutzt. Trotzdem dachte ich konzentriert an die schillernden FlĂŒgel, die Scarlett besaß. Plötzlich breitete sich ein stechender Schmerz auf meinem gesamten RĂŒcken aus. Leise stöhnte ich auf. „Wow.“, hauchte Scarlett. „Summer, sieh mal in den Spiegel.“ Erstaunt sah ich sie an. Dann ging ich in die Ecke des Zimmers zu dem Spiegel. „Oh.“, brachte ich nur hervor. Aus meinem RĂŒcken ragten riesige, leuchtend goldene Schwingen. Ich dachte daran, wie es wohl wĂ€re damit zu fliegen und plötzlich fingen sie an sich nach vorne und nach hinten zu bewegen. Langsam stieg ich in die Luft. Ich schrie kurz auf und knallte auch schon an die Decke. „Summer
 denk dir einfach wieder die FlĂŒgel weg.“, rief sie panisch. Ich nickte nur und plötzlich fiel ich auch schon wieder wie ein Stein zu Boden. „Wow
das war cool.“, staunte ich und setzte mich auf das Bett. Auch der Schmerz in meiner Schulter war verschwunden. Scarlett lĂ€chelte zufrieden. „Na, wie war dein erster Flug?“, fragte sie mich. „Super.“, meinte ich mit leuchtenden Augen, dann kam ich aber wieder zurĂŒck. „Aber warum hat sich Mom
 Ă€h Lucindia denn umgebracht?“ „Sie hat gespĂŒrt, dass irgendwas anders war als sonst, du hast langsam angefangen selbstĂ€ndig zu werden und auch hast du öfters mal Eigenschaften eines Engels gezeigt. Zum Beispiel hast du manchmal ‚geleuchtet’, das heißt, du hast andere ziemlich leicht um den Finger gewickelt. Außerdem hast du auf andere dann auch hĂŒbscher gewirkt als du wirklich bist. Außerdem bekam sie Briefe von unbekannten Absendern. Sie haben ihr gedroht. Wenn sie dich nicht bei ihnen ausliefern, wĂŒrde sie sterben mĂŒssen. Also hat sie sich umgebracht. Ach ja und wenn du dich jetzt fragst, woher ich das alles weiß. Sie hat einen Brief hinterlegt.“, Scarlett endete und nahm mich in den Arm. Ich drĂŒckte mich an sie und merkte, dass ich angefangen hatte zu weinen.

Liebste Chayenne,

Ich habe gehört, dass du unsere lieben Kinder vor kurzem wieder bekommen hast. Ich hoffe sie sind wunderschön geworden, wie du.
Aber kommen wir zur Sache. Ich möchte, dass du mir Summer und Scarlett aushÀndigst.
Sie besitzen beide etwas was ich dringend benötige, die Ringe zusammen mit ihrem Blut, wĂŒrde es mir ermöglichen, das ganze Himmelsreich und damit auch alle Engel, die sich gegen uns gewendet haben zu vernichten.
Ansonsten werde ich mich leider gezwungen fĂŒhlen, euch alle drei zu töten.

Richard

Ich las den Brief. Mittlerweile war eine Woche vergangen. Chayenne hatte mich glĂŒcklich wieder aufgenommen und ich fĂŒhlte mich eigentlich recht wohl.
„Wer ist Richard?“, fragte ich nun und sah Chayenne und Scarlett an. Den beiden war sĂ€mtliche Farbe aus dem Gesicht gewichen. „Richard, er
 er ist euer Vater.“, stotterte Chayenne. „Aber Dad ist tot.“, murmelte Scarlett. „Nein, ich wollte nur nicht erfahrt, dass er geflohen war. Und jetzt kommt er und fordert das von uns.“ „Aber das kann er doch nicht machen. Er kann doch nicht einfach das Himmelsreich zerstören.“, flĂŒsterte ich und sah die beiden an. „Oh doch, dass kann er. Er hat die Engel schon immer gehasst. Auch wenn er selbst einer ist. Er wurde allerdings in einen verwandelt und damit brutal aus seinem Menschlichen Leben gerissen.“, sagte Chayenne. Plötzlich lĂ€utete es an der großen HaustĂŒr. „Ich geh schon
“, murmelte Scarlett. Allerdings folgten wir ihr.
In der HaustĂŒr stand ein etwas Ă€lterer Mann. Er war recht groß und schlank. Seine Augen waren dunkelbraun und in seine Hellbraunen Haare hatten sich graue StrĂ€hnen gemischt. „Richard?“, unglĂ€ubig sah Chayenne unseren Vater an. „Ja, ich bin es. Und ich habe gehört, wie ihr euch entschieden habt. FĂŒr die Engelschaft und damit gegen mich.“, sagte er ruhig, aber ich sah in seinen Augen die Wut. „Aber vielleicht ĂŒberlegt ihr euch das ja noch mal anders?“ Fragend sah er uns der Reihe nach an. Ich sah wie Scarlett einen spitzen Dolch mit schwarzem Heft zĂŒckte. „Das macht dich zu einem Mörder.“, schnaubte sie wĂŒtend. „Aber, aber. Ich habe einen Grund, warum ich töte. Außerdem haben sie es nicht anders verdient.“, sagte er und ein falsches lĂ€cheln machte sich auf seinem Gesicht breit. „Wir haben nicht vor, es uns anders zu ĂŒberlegen.“, fauchte nun Chayenne und auch sie hielt einen Dolch in der Hand. Ich stand ziemlich ĂŒberfordert vor diesem Mann unfĂ€hig irgendwas zu erwidern. Dann schĂŒttelte er bedauernd den Kopf und pfiff. Hinter ihm baute sich ein großer, schlanker, blonder Mann auf und grinste mich gefĂ€hrlich an. „Lauf
“, schrie Scarlett panisch und schon sah ich wie der blonde Mann immer nĂ€her kam. Ich drehte mich um und fing an zu laufen. Als ich mich umdrehte sah ich wie Richard Sebastian den Befahl gab, mir zu folgen und mich zurĂŒck zu bringen, außerdem sah ich wie Scarlett sich am Boden abstieß, ihre FlĂŒgel aus dem RĂŒcken hervor schossen und sie mit dem Dolch auf Richard zielte. Aber dieser war schneller und trat ihr heftig in den Bauch, so dass sie zurĂŒck geschleudert wurde und gegen die Wand flog. Keuchend krĂŒmmte sie sich auf dem Boden. Auf einmal war Sebastian ganz nah, ich wendete meinen Blick ab und rannte weiter. Doch plötzlich bekam er mein Handgelenk zu fassen und zwang mich auf die Knie. Dann schlug er mir mit irgendeinem Gegenstand auf die Wange. Ich schrie auf und fasste an meine Wange. An meinen Fingern war Blut. Die Wunde brannte und ich spĂŒrte wie er wieder zuschlug, allerdings diesmal irgendwas in die Wunde tröpfelte. Dann drehte sich alles um mich herum und sackte in mich zusammen.

Ich wurde wieder wach, immer noch lag ich zusammen gekrĂŒmmt auf dem Boden und Sebastian saß vor mir. „Na, schon wieder wach. Das ist nicht schön, dann muss ich dagegen wohl etwas tun.“, meinte er und grinste mich gefĂ€hrlich an. Diesmal schlug er mir etwas leichter auf die Wange, ich verlor nicht sofort mein Bewusstsein und sah wie Chayenne plötzlich blutverschmiert auftauchte und den Dolch in seinen RĂŒcken bohrte. Sebastian schrie auf. Dann verlor ich mein Bewusstsein.
„Summer?!“, hörte ich eine vertraute Stimme an meinem Ohr. Ich öffnete die Augen und erblickte Scarlett. „Summer.“, erleichtert atmete sie auf. Ich lag immer noch auf dem harten Boden. Aber ich spĂŒrte keinen Schmerz mehr. Auch Chayenne und Scarlett waren nicht mehr verletzt. „Wo ist Richard?“, fragte ich und setzte mich auf. „Sie sind 
fort.“, murmelte Chayenne. Dann hob sie mich leichtfertig hoch. „Wir Engel heilen zwar schneller, aber schlafen mĂŒssen wir trotzdem. Also, ab ins Bett mit euch.“ Ich lĂ€chelte leicht. Scarlett lĂ€chelte mir glĂŒcklich zu und gab mir einen sanften Kuss auf die Wange, dann verschwand sie. Cayenne brachte mich in das große Zimmer. „Summer. Ich werde dich nicht hier behalten. Wenn du wieder fit bist, wird dich meine Cousine aufnehmen. Sie lebt oben im Himmelsreich und da du nicht verbannt worden bist hast du das recht da oben zu leben. Sie heißt Amatis und sie hat bereits eine Tochter. Maya. Sie ist genauso alt wie du.“ Erschrocken starrte ich sie an. „Aber
 ich dachte. Weiß Scarlett das schon?“ „Nein, und sie wird es fĂŒrs erste auch nicht erfahren. Ich will nicht weiter darĂŒber reden. Du wirst uns verlassen und dabei bleibt es. Du stellst eine zu große Gefahr fĂŒr uns da und ich habe dich nie gewollt. Dich nie geliebt.“
Diese Worte trafen mich hart. „Aber
“, flĂŒsterte ich, aber sie war schon verschwunden.
Scarlett trat aus der Ecke des Zimmers hervor. „Das kann sie nicht machen.“, hauchte sie und nahm mich beschĂŒtzend in den Arm. „Ich werde das nicht zulassen.“ „Nein, Scarlett. Nicht.“, in mir war alles völlig leer. Der Schmerz saugte alles aus mir heraus. „Es ist das Beste. Ich werde euch verlassen. Es tut mir leid. Aber Mom hat recht.“ Ich schluckte. „Du kannst mich ja ab und an mal besuchen. Aber ich werde hier fort gehen.“ Scarlett sah mich an. „Ich werde akzeptieren, dass du gehst, aber das was Mom gesagt, dass sie dich nie geliebt hat. Das stimmt nicht. Sie hat damals sehr viel geweint. Um dich. Und ich vermisse dich jetzt 
“, weiter kam sie nicht, plötzlich bohrte sich ein Dolch von hinten in sie hinein. Scarlett röchelte und spuckte Blut. Dann verdrehte sie die Augen und sank auf die Knie. „Scarlett.“, schrie ich. „Summer, Mom
 ich liebe euch.“, brachte sie mĂŒhsam hervor, dann erlosch das Licht in ihren Augen. „Nein.“, schrie ich wieder. „Was ist 
“, plötzlich stand Chayenne im Zimmer, sie unterbrach sich als sie Scarlett sah. Dann fielen unsere Blicke auf den Mann, der hĂ€misch grinsend in der Ecke stand. „So, das ist fĂŒr Sebastian.“ Dann verschwand er. „Was ist mit Sebastian?“, fragte ich heiser. „Sebastian wurde von Scarlett getötet, er war sein Sohn, aus anderer Ehe.“, flĂŒsterte Chayenne und kniete neben Scarlett nieder. Sie bettete deren Kopf auf ihren Schoß und fing leise an zu weinen. Dann drehte sie sich zu mir um. Plötzliche blitzte eine unbĂ€ndige Wut in ihren Augen auf. „Das ist alles deine Schuld. Ich will dich NIE wieder sehen!“, schrie sie mich an. Erschrocken wich ich zurĂŒck. „Geh! Verlass mein Haus. Sofort!“ BestĂŒrzt drehte ich mich um. Ich rannte los, aus dem Haus raus. Geradewegs in die Arme meiner Tante, Amatis. Diese nahm mich wortlos in den Arm. Beruhigend strich sie mir ĂŒber den RĂŒcken. „Ist doch alles gut.“, hauchte sie mir ins Ohr. Alles gut?! , Ja, so sieht es wirklich aus. Wenn man davon absieht, dass gerade meine Schwester umgebracht wurde, ich völlig am Boden zerstört war und meine Mom mich hasste. Das klingt wirklich so, als ob alles gut wĂ€re. Doch stattdessen sagte ich nur: „Nichts ist gut.“ Und stieß sie grob von mir weg. Amatis hielt mich am Arm fest. „Summer. Es ist nicht deine Schuld.“, flĂŒsterte sie und lĂ€chelte mich liebevoll an. „Komm. Ich bringe dich hier weg. FĂŒr deine Familie kannst du nichts mehr tun. Richard wird euch nie wieder etwas zu leide tun. Als er raus kam, habe ich ihn getötet.“, ein wenig stolz schwang in Amatis` Stimme mit. Ich nickte. In mir war wieder diese schreckliche Leere ausgebrochen. „Du wirst ein neues Leben beginnen. Bei mir.“, versprach Amatis mir und nahm meine Hand sanft, in die ihre. Dann flogen wir los. In ein neues Leben. Und ich hĂ€tte damals nicht gedacht, dass ich das wirklich schaffen wĂŒrde.

© Anne
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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:31

Prologue

Samantha and Jamie stood in the darkness, deep in the forest. It was cold. Sam exhaled a deep breath and the air was freezing, like thousands of needles in her throat. She looked over to Jamie who was holding on to her arm. He was petrified and shivered because of the cold. “Nothing is going to happen to you Jamie. I promise.” whispered Sam. They looked around in the dark, and listening for what would happen. Sam got hold on her weapon behind her back to protect them from what would come out of the shadows. There it was, Jamie screamed.
It was a dream, just another nightmare Jamie usually has. He sat up in his bed, it was five in the morning. He was sweaty all over. I need a shower in the morning, he thought.


1
The Phone call

Mandy Dawn prepared lunch for her kids, Samantha and Jamie. She gave them a sandwich , a piece of fruit and a bar of chocolate each. Loud voices came from upstairs. “ Jamie, come out there now! I need the toilet and you’ve been in there for hours.” Sam cried.
“I just need a second more. You’ll survive.” Was Jamie’s answer . Mandy was just shaking her head. Typical brother and sister, she thought. After Jamie let Sam in the bathroom, they both came downstairs to get some breakfast. Sam grabbed her schoolbag and gestured to Jamie to follow her in the car. It was time for school. Jamie rolled his eyes and followed his sister to the car.
Today was a nice day in Alexandria, Louisiana. It was unusually warm for a day in February. But Samantha was glad for the nice warm wind and the sun. Jamie had always a better mood when the sun was out in the blue sky.
“Did you asked mom for the money, so that I can buy something in the cafeteria?” Jamie asked curious. Sam made a face.
”Yes I did. But why do you need it anyway? We always have good stuff to eat.”

“ Because I’m always the one of my friends who doesn’t buy something, not even a chocolate bar. I want to have a little change, you have to understand that big sister.” explained Jamie with a grin. Sam rolled her eyes and handed the money to Jamie.

As they got to the parking lot of the school, they realized that they’re a bit late today. So Sam hurried out the car, she hated to be late. But Jamie was relaxed as always, he didn’t bother because he was always a little bit late. Either he was talking to friends or he did it on purpose, he was a little trouble maker. The day was long for Samantha and she just wanted to go home as fast as she could, but that shouldn’t be easy for her today, she had a feeling in her stomach. It felt like something was wrong, no like something was different. She waited in the cafeteria for Jamie to come, but he didn’t show up. Sam sat down with her friend Jeremy. “ What’s up Sam?” asked Jeremy. She looked at him.
“Nothing.” Was her reply. “I think you are not really yourself today Sam. You seem a little bit troubled.” She looked at him confused. “No, I was just waiting for Jamie to turn up. Nothing else.” Jeremy looked at her in disbelief.


2
Jamie turned up after a while. But he seemed to avoid Sam, and that annoyed her because he never avoided her, not even when they had a fight. She wanted to go to him and demand to know what his problem was, but she thought of it better, and decided not to go. She would asked him in the car instead.

School was finished and Sam waited for her brother, leaning on her car. There he was. “I thought you wanted to buy something in the cafeteria. Why didn’t you?” she demanded. “And why did you avoid me like that? Like I don’t exist!” He looked down at his feet, avoiding her gaze. “I didn’t want to buy anything. I want to go home in the bus. The money is for the bus.” He still looked down. “What?” Sam asked.

She was getting mad. “You know Mom’s rules. No riding in the bus until you twelve. And why do you want to ride in the bus anyway?” He didn’t answer at first. “Because I do. I want to ride with my friends!” Sam took the money off him, and touched his hand. She stared at him for a second. He stared back, holding her gaze. The time seemed to be like a line without a stop. Sam felt something odd and wondered if he felt the same. He looked at her like a stranger. She took her hand away, and gave him the money back. Without a word, he stomped over to the bus.

Sam drove behind the bus to make sure Jamie was alright. As she sat in her car she thought of what just happened. Strange, I have never felt like this before or something like this. It was like someone connected us. I mean like a magical line. But no that is just ridiculous! She fought the thought away. She shook her head like she could shake the thought out her head, and it worked, for now. As she drove up the driveway at her house, she saw that the bus stopped and Jamie got out of the bus. She gave him a meaningful look. Jamie didn’t say anything as they got into the house, neither did Sam. Both gave their mom a brief look and went upstairs without a word. Mandy, who was expecting a argument from her kids just as usual, looked after them in disbelief.
Jamie slammed his bedroom door just at the same moment Sam did. It made a loud bang. Jamie usually got straight on his homework, he got that from his sister, she was a good student. But this time he went on his computer to search in the internet for something that would explain the incident. But he didn’t know what to look for or what word he should type in the little space above. So he went to his bookshelf to look for a book of mystics, what he thought he might still have. But he couldn’t find it. What am I doing? He thought, and threw himself on his bed and closed his eyes. Sleep was out, he couldn’t even think of going to sleep, so he got up and went out off his bedroom.


3
He stood awkwardly in the little hall between Sam’s and his bedroom. He thought of going in Sam’s room, but couldn’t really get himself to do it. Instead he eavesdropped on his sister’s door, hoping to hear something.

Sam was listening to her iPod, lying on her bed with the pillow over her head. She tried to find something in the internet, but couldn’t find anything. She hated not knowing what’s going on, not to know what to do. She was a quiet person who likes to read, listening to music just like her dad Scott. Jamie was more like her mom. Caused a lot of trouble and was a crazy little boy, but you just had to love him. But since they got divorced, nothing was the same. Her dad had still time for his kids, but not as it was. He had a little son now, Billy.
He was five years old and his mom Lea insisted that Scott spends his time with him. She didn’t say that he couldn’t see his other kids but Billy was younger and needed the time with his dad. Sam didn’t quite understand Lea because she and her brother were there first. Jamie was cool with it as long as he could see his dad and his little step brother. And he was cute, and had always his teddy, Dr. Cuddles. He took him everywhere. Sam loved little Billy but it did still hurt, not to have a whole family anymore. She had to accept it and was getting better in it. She thought of her family.

It’s July, warm, no, hot. The air is dry. I can still taste the sand in my mouth from the beach. Jamie and me had a mud fight. Nobody won. We surrendered. Mom and dad were sitting on the blanket, laughing. I watch them both, and have to smile too. Mom and her beautiful red hair and the black stripes make the picture perfect. Dad, yes he is very handsome, for me anyway, his blue eyes. We, Jamie and me got the same eye colour. I look at Jamie and his brown hair looks in the sun just like mine, golden brown. He is jumping around like a Looney, laughing, happy. I sit down on the edge of the blanket, take my book. I love it to read and listen to music to the same time. It is relaxing for me. Here on the beach is everything so bright, like nothing could happen. Nothing, not even something strange.

That were the last holidays they had together as a family. A knock from the door pulled Sam back to reality. “Come in.”
“I have to talk to you, about what happened today. I don’t know why or what or h—,” Sam cut him off before he could say another word.

“ I don’t know how either but I know for certain that something happened. Something we both know it’s not natural,” Jamie nodded as Sam went on. “I thought maybe it is something what we can explain but I couldn’t find anything in the internet or in books. Nothing.”

“Neither could I,” said Jamie. He sat down on Sam’s bed, next to her.

4

Jamie had never felt that way either, and was worried.

“What do you think?” asked Jamie. “I don’t know, I have no idea. But we can’t talk about it with mom. At least not yet. She would freak out and send us to a shrink.” Said Sam and looking out the window.
Mandy prepared the dinner. She didn’t hear anything from her kids ( for example arguing ) As the dinner was cooking, she walked in the living room to make a phone call. She started to the phone. She picked up the phone and dialled the number. The number was just for emergencies, this was one, wasn’t it? She thought.
“Mandy?” came from the other side. “What’s wrong? Is someone hurt?.” The voice asked anxious. “Calm down mom, nobody is hurt. But I have to talk to you ,” said Mandy in a low and serious tone. “I think something happened today, with Sam and Jamie. They were so different. I don’t know what’s going on.” Her mom didn’t say anything for a short moment.

“What exactly do you mean with ‘something happened’? You said they’re not hurt. So I don’t really understand what—,” Mandy cut her off before she could say anything else.

“You said when something changes, when something really changes, I’ll know it. Well and I think that change is here, now at this moment!” said Mandy determined. “What exactly happen today?” asked her mom. “Well, you know they always fighting, about stuff that isn’t really relevant. Today they didn’t. I know it doesn’t mean anything but I have a feeling. When you know what I mean, like you had when I first find out.” She broke off. “Wait what happen tonight and tomorrow. And don’t let the kids know something is wrong. I’ll talk to you tomorrow, bye.” Said her mom and Mandy put the phone down. She went in the kitchen to lay the table.
“Sam, Jamie dinner is ready.” She shouted. Both came downstairs with worried faces but tried to hide it in front of their mom. It was not usual that they were so quiet. There was always something Sam and Jamie were arguing about and nobody wanted to give in. Stubborn children.

All three of them were sitting at the round wood table and ate in silence. But Mandy broke the silence first, she couldn’t stand it. “How was school today Jamie? Any troubles?” she asked. Jamie looked startled at his sister and back to his mom who was waiting for an answer. “Well, nothing happen really mom” he said, staring at his plate.
“Who was that on the phone mom?” asked Sam. Mandy looked at her with wide eyes and tried to hide it. She felt suddenly very sick. She concentrated to what she would answer her daughter. She couldn’t have heard anything, could she? Mandy thought.


5

“It was an old friend of mine and grandmas’. We haven’t talked since,” she broke off. The kids already understood. “Since grandma died.” Said Sam her eyes focused on her plate.

Mandy told her kids that their grandma died in a car accident when Sam was a little baby. Mandy and her mom decided it is better for the kids not to know anything about the dark world what exists right next to the normal world where humans live in. Mandy called the world underworld, a name she gave it because of what happen to her. So she decided to raise her kids as ‘normal’ human kids.
Next day in school Jamie rode as usual in his sisters’ car but this time both were very quiet. As they approached the school parking lot Jamie looked at is sister with tiered eyes. “What are we going to do now Sam? I feel so strange that it worries me to death.” “I know but we have to keep quiet until we know what to do, which I don’t know when it is. But you can’t talk about it with Katie, you have to promise,” she went silence and saw the anxious look at her brothers face. But Jamie nodded and went out of the car.
Sam knew that it is big challenge for Jamie to keep a secret from Katie, she was Jamie’s best friend just like Jeremy was for her. “Sam. Wait up!” Shouted a familiar voice. Jeremy’s voice. He caught up with her and looked at her with a big warm smile. She loved that smile on him it made him look like a person you can trust. “You early this morning. How did that happen? I mean not that you always too late but it is not your time.”

“I—I was just trying to be early this morning because of Jamie, that he doesn’t get in trouble again,” she looked down on the floor avoiding his eyes. “But Jamie doesn’t come too late because of you, nobody can blame you for that,” Jeremy saw the looked on Sam’s face and thought he might better drop the subject. “Anyway, did you think of a topic for our presentation of mystics yet?” asked Jeremy trying to distract her. But it didn’t work. Sam had to think of the incident what happen to her and Jamie and felt suddenly a knot in her stomach. She tried to answer but nothing wanted to come out her mouth. “Well, I did,” he said, “What about Vampires and Werewolves? That might be fun,” he looked at her waiting for an answer. Sam didn’t seem to hear him and as she looked at him, he was staring in disbelief. “Did you actually listen to me Sam?” Jeremy demanded. “I’m sorry I was too far away. Lost in thought. You know, my mom called an old friend of my grandma last night. But there was something odd on that phone call. I couldn’t hear what she was saying but—“ Jeremy cut her off. “I’m sorry but what is so odd on when your mom calls an old friend of your granny? I mean maybe she or he was a very close friend.” “ It isn’t because of that she made the phone call.


6

It is because, why didn’t she tell us before from the friend? She never even mentioned him or her.” Sam’s voice was angrier than she meant it to be. Jeremy looked at her anxious and scared. She never raised her voice at him, they never had a fight. She saw the look on his face and concentrated to tell him how sorry she was. “I’m sorry Jerry I didn’t mean to be a jerk,” she looked at him with wide eyes. He nodded and smiled at her.

After English class Sam had gym, she liked it because even when she was clumsy, she was very good in gym, but today she really didn’t want to go. She felt something in her stomach like something stung her. So she decided to ditch gym and went past the door without wasting one gaze at the door. As she approached the parking lot to go to her car and wait until class was over she saw Jamie leaning on her car. “Jamie what are you doing here?” he was supposed to be in math now but he wasn’t, and what was he doing here? and why did he ditch class? it is not usual for him. “Are you not supposed to be in class?” she asked.

“And are you not supposed to be in class too?” was Jamie’s respond. She looked at him. Why was he so rude? “Sorry I didn’t mean to...to be so rude. It is just I can’t concentrate in any class, there is nothing I can think of except that something is¬—“ he broke off couldn’t find the right word. “Awkward.” Finished Sam. Jamie nodded. Sam opened the passenger door, held it open for Jamie, gestured to him to get in the car. He looked at her and obeyed. She sat next to him in the drivers seat. “Get your seatbelt on.” She said in a flat voice. Jamie was confused, “Where are we going?” Sam didn’t answer and Jamie did what he was told.
“I’ve never showed anybody this place. Okay it isn’t really a special place but it gives me time to think things through and I spent a lot of time there.” That was the only thing Sam said the whole way. Jamie was looking out the window and wondered where they might going. There was nothing but the street in front of them. They past some little mountains and lots of trees. It was beautiful out there. There was almost a car or a person and away from the city seems to be a very good feeling. The sun came out and dried the wet street and the wet leaves on the trees. The sun reflected beautiful in the raindrops and behind a big hill approached a rainbow. The colours on the rainbow were vivid and it looked like dancing diamonds. “Where are we?” asked Jamie. Sam didn’t answer him until they got out the car. “This is my place where I go when I feel sad, alone or strange,” she looked at the lake, staring out in the horizon, “it is like magic here on this place.” “Yes it is beautiful, but what are we doing here? Why did you show me it?” Jamie waited for an answer, futile at first. “I don’t really know why. I don’t know why now. I just know that it was time to show you this.”


7

Sam looked at him and he nodded. Suddenly the sky went dark, almost black. The wind blew very strong, a thunder growled over them. Jamie shouted something to her but she didn’t seem to hear him. Then someone grabbed her on the arm, it was not Jamie. Sam saw that her car was gone. A tornado, here in Louisiana? She thought. She followed the figure who pulled her along to a black car. She new she shouldn’t do that but something told her she didn’t had to be afraid.

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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 13:32

Valentin nickte zufrieden. „Du hast dich also dazu entschlossen, mir zu helfen, egal was komme?“. Jace versuchte, ĂŒber seinen Entschluss nachzudenken. Doch es gelang ihm nicht. Eine unsichtbare Barriere hinderte ihn daran und seine innere Stimme trieb ihn dazu an, „ja“ zu sagen. Ein Strahlen erhellte Valentins Gesicht, dem sich Jace nicht entziehen konnte. Es glĂ€nzte gerade zu vor Freude. „Ich wusste, dass du die richtige Entscheidung treffen wĂŒrdest, mein Sohn!“.
„Vater...“, begann Jace, dem diese Barriere immer mehr zu schaffen machte. „Ich bin mĂŒde...“. Das strahlende Grinsen verwandelte sich in ein verstĂ€ndnisvolles LĂ€cheln. „Geh, mein Sohn, geh und ruh dich aus. FĂŒr unser nĂ€chstes Treffen musst du wach sein.“ Jace wollte sich schon abwenden, doch Valentins Hand schoss vor und hielt ihn zurĂŒck. „Nicht ganz so hastig. Ich möchte dir noch etwas geben.“ Seine linkte Hand tastete in seiner Manteltasche herum, bis sie gefunden hatte, was sie suchte. Eine kleine goldene runde Scheibe. So glatt, als wĂ€re sie poliert worden. „Was... ist das?“, fragte Jace argwöhnisch. „Das, mein Sohn, ist ein Finder. Er wird mir immer mitteilen, wo du bist oder warst. Mit wem und aus welchem Grund. Und damit du meine kleine Sicherheitsvorkehrung nicht loswerden kannst, wird es zu einem StĂŒck von dir selbst.“ Valentins Griff um seinen Arm wurde fester. Jace beachtete ihn gar nicht, sondern blickte nur in die Augen seines Vaters, die in ihm etwas lange Verborgenes geweckt hatten. „Vertraust du mir nicht?“. Valentin lĂ€chelte sein charmantes LĂ€cheln. „NatĂŒrlich vertraue ich dir, sonst hĂ€tte ich dir wohl kaum dieses Angebot gemacht, oder? Ich vertraue nur nicht den Personen, die dui n letzter Zeit um dich herum gehabt hast. Sie könnten einen schlechten Einfluss auf dich haben, deswegen will ich immer wissen, ob sie dich verĂ€ndern.“ Jace wandte seinen Blick ab und streckte seine linke Hand aus. „Dann warte nicht lĂ€nger und verkörpere mir dieses Teil. Ich bin mĂŒde.“ Valentin nickte, zog seine Stele, fuhr mit ihr ĂŒber Jaces Arm und presste dann die goldene Scheibe auf Jaces HandrĂŒcken. Zufrieden trat Valentin zurĂŒck. „SpĂŒrst du sie, mein Sohn?“. Jace fuhr mit der Hand durch die Luft und schĂŒttelte ĂŒberrascht den Kopf. „Kein bisschen, Vater. Ich kann meine Hand drehen und wenden, doch spĂŒre ich sie nicht.“ Valentin nickte zufrieden. „Dann kannst du jetzt gehen. Doch vorher gebe ich dir noch diesen einen Rad: Halte dich von deiner Schwester fern. Sie ist anders. Ich werde sie mir ein andermal vornehmen.“ Jace nickte, drehte sich um und ging.



Jace streifte schon seid Stunden durch die Stadt, doch er fand keinen Platz zum Ausruhen. Wo sollte er auch hin? Nachdem er weit weg genug von Valentins Einfluss gewesen war, hatte er versucht nachzudenken. Doch es schien ihm, als hĂ€tte sein Gehirn beschlossen, abzuschalten. Gerade streifte er durch eine dunkle Gasse, als er Clarys Stimme hörte. Erst dachte er sich, er hĂ€tte sie sich eingebildet, doch Clarys Stimme war echt. Er wĂŒrde sie unter hundert anderen erkennen. Sie kam eine andere Gasse entlang und telefonierte mit irgendwem. Von seinem Versteck aus konnte Jace die NervositĂ€t und Angst aus ihrer Stimme heraushören. „Nein, ich habe ihn nicht gefunden. Ich suche schon die ganze Zeit in diesem Viertel. Wo kann er sonst noch sein? Er verschwindet doch nicht ohne Grund!“. Pause. „Du denkst, er ist bei Valentin?“. Jace horchte auf. Redete Clary ĂŒber ihn? Suchten sie ihn? Wie lange war er weg gewesen? Clarys Gestalt tauchte im Eingang der Gasse auf. „Ich werde es versuchen. Bis dann!“, waren ihre letzten Worte, bevor sie ihr Handy ausschaltete. Seufzend drehte sie sich einmal im Kreis und fuhr sich mit ihrer linken Hand ĂŒbers Gesicht. Jace rang mit sich. Sollte er sich ihr zeigen? Nein? Ja? Es zog ihn zu ihr hin, doch was wĂŒrde er ihr sagen? Die Wahrheit? Eine LĂŒge? Jace schaltete seine Gedanken aus und richtete sich in dem Moment auf, als Clary in seine Richtung schaute. Sie erstarrte augenblicklich. „Jace? Bist du das?“. Jace lĂ€chelte nicht, sondern kam nur auf sie zu. „Jace! Wo warst du?“, fragte Clary erleichtert, als sie ihn endgĂŒltig erkannte. Jace zuckte mit den Achseln. „Überall. Ich musste frische Luft schnappen.“ Irgendetwas an Clarys Blick hinderte ihn daran, weiter zu lĂŒgen. „Wieso sucht ihr nach mir? Sollte ich eigentlich nicht alt genug sein, auf mich selber aufpassen zu können? Eine eigene Freiheit zu besitzen?“. Clary wandte verlegen ihren Blick von ihm ab. „Luke meint, wir sollten dich nicht alleine hier draußen herumlaufen lassen. Es könnte noch böse enden.“ UnglĂ€ubig starrte Jace sie an. „Soll das heißen, ich habe mehrere Babysitter? Verdammt Clary! Wie alt bin ich eigentlich?“, fuhr er sie wĂŒtend an. Clary zuckte zusammen und presste die Lippen aufeinander. „Tut mir Leid, Jace. Aber du könntest uns auch sagen, wenn du einfach weg willst. Meinst du, mir wĂ€re es gleich, was mit meinem Bruder in diesem verrĂŒckten Zeiten passiert?“.Jace seufzte und verdrehte die Augen. „Jetzt hast du mich ja gefunden.“ Clary nickte und schaute sich um. „In einer einsamen dunklen Gasse. Was hast du hier gemacht?“. Jace fuhr Ă€rgerlich mit seiner linken Hand durch die Luft. „Was wird das? Ein Verhör?“. Doch Clary war schon vorgetreten und hatte seinen Arm ergriffen. „Was hast du gemacht, Jace?“, fragte sie mit einer ungewöhnlichen SchĂ€rfe in der Stimme. Jace schaute auf seinen Arm. Clarys Blick war auf die goldene Scheibe auf seinem HandrĂŒcken geheftet. Er versuchte eine schnelle ErklĂ€rung zu finden, doch es gelang ihm nicht. Er gefror unter Clarys eisigem Blick. „Du hast dich ihm angeschlossen?“. Diese fĂŒnf Wörter. Sie tropften nur so vor Verachtung. Jace wandte sich ab. „Geh wieder zu Luke, Clary. Es ist mein Leben.“ Doch sie gab seinen Arm nicht frei. „Wie lange, sag mir das Jace, wie lange schon stehst du unter seinem Einfluss?“. Jace schloss die Augen. „Geh, Clary.“
„Nein, das werde ich nicht!“. Wie eine wĂŒtende Furie baute sie sich vor ihm auf und zerquetschte dabei fast seinen Arm. „Hat er dich ĂŒberredet oder ĂŒberzeugt? Mit was hat er dich herum bekommen?“. Jace schĂŒttelte langsam den Kopf. „Er ist mein Vater! Und eigentlich auch deiner, aber das scheinst du vergessen zu haben.“ Clary ließ seine Hand los, als hĂ€tte sie sich an ihr verbrannt und trat mit Trauer in den Augen zurĂŒck. „Wir haben dich verloren. Valentin war und ist nicht mein Vater. Luke ist es. Valentin sollte es sein,doch er ist es nicht, Jace.“ Jace streckte seinen Arm nach ihr aus. „Hat er dir dein Denken genommen? Oder hat er dich ĂŒberzeugt, Jace. Sag es mir.“ Jace zuckte hilflos mit den Schultern. „Clary, ich weiß es nicht. Ich kann nicht denken, doch habe ich mich ihm trotzdem angeschlossen.“ Clary öffnete schon ihren Mund, doch da hörten sie es beide. Rasche sich nĂ€hernde Schritte. „Er kommt,“ flĂŒsterte Jace entsetzt und blickte auf seine goldene Scheibe hinunter. „Clary, du musst weg hier!“. Doch Clary schĂŒttelte nur den Kopf. „Ich gehe nicht. Außer du kommst mit. Jace, lass mich die Scheibe wegmachen. Mit meinen Runen.“ Jace starrte sie einen Augenblick an und haderte mit sich, wĂ€hrend die Schritte immer nĂ€her kamen. Dann nickte er. „Komm!“. Clary lief zu ihm und nahm seine ausgestreckte Hand. Zusammen rannten sie die Gasse entlang und bogen schon in die nĂ€chste ab, die Schritte ihres Verfolgers im Nacken. WĂ€hrend sie liefen, zog Clary ihre Stele hervor und begann, auf Jaces Arm zu zeichnen. Doch sie gab es schon bald auf. „Jace! Im Laufen geht das nicht!“. Er schaute sie verzweifelt an. „Es muss gehen! Mit ihr weiß er immer, wo ich bin, mit wem und aus welchem Grund! Wir mĂŒssen sie loswerden, um ihm zu entkommen.“ Clary zog ihn in die nĂ€chste Gasse. „Hier,“ keuchte sie. „Das Haus rechts. Es steht leer.“ Sie rannten durch die offen stehende EingangstĂŒr, eine morsche Holztreppe hinauf, noch eine weitere und dann kletterten sie auf den Speicher. Im Halbdunkeln begann Clary wieder zu zeichnen. Ihre Hand flog nur so ĂŒber Jace Arm. Doch unten konnten sie schon wieder diese Schritte hören. Sie nĂ€herten sich der Treppe zum Speicher. Doch da flĂŒsterte Clary: „Geschafft! Und die goldene Scheibe löste sich von Jace Arm. Dieser zog sie schon zu einer kleinen Dachluke weiter hinten in dem Speicher. „Komm! StĂŒtze dich auf meine HĂ€nde und kletter hoch!“, zischte Jace. Eine Gestalt schob sich in den Speicher. „Jace,“ meinte Valentin einschmeichelnd, wĂ€hrend sich Clary durch die Luke zog. „Hast du schon vergessen, was du vorher gesagt hast?“. Jace wandte sich langsam seinem Vater zu. „Nein, doch ich habe meine Meinung geĂ€ndert.“ Valentin kam auf ihn zu. „Jace, komm!“, rief Clary vom Dach aus verzweifelt, doch Jace beachtete sie gar nicht. „Du Ă€nderst deine Meinung ziemlich schnell, mein Sohn. Was soll ich davon halten?“. Jace begann zu zittern, wĂ€hrend Valentin immer nĂ€her kam. „Sie hat dir den Kopf verdreht, mein Sohn. Hab ich dich nicht davor gewarnt?“.
„Jace!“, schrie Clary von oben. Jace blieb wo er war. „Vater, was willst du von mir? Wenn dir etwas an mir liegt, dann lass mich gehen.“
„Mir liegt etwas an dir und deswegen lasse ich dich nicht gehen. Versteh, mein Sohn.“ Jace machte einen Schritt auf ihn zu, einen unterwĂŒrfigen Ausdruck im Gesicht. „Irgendwann, Vater, wirst du vielleicht verstehen,“ Jace rannte zurĂŒck zur Luke, „dass ich dir nicht folgen kann.“ Und schon war er bei Clary auf dem Dach. „Jonathan!“, schrie Valentin von unten, doch Jace hatte Clarys Hand geschnappt und gemeinsam liefen sie am Dachfirst entlang. „Clary, ich springe und fange dich unten auf, anders können wir nicht entkommen!“, flĂŒsterte Jace, als sie vor dem Ende des Daches standen. „Schaffst du das?“, fragte Clary angstvoll. Jace lĂ€chelte gequĂ€lt und sprang. Er sauste die wenigen Meter durch die Luft und landete unten so gerĂ€uschlos wie eine Katze. „Komm!“, rief er ihr von unten zu und Clary sprang. Mitten in seine Arme. Und schon rannten sie weiter. Immer weiter. Ließen ihre Verfolger im Gewirr der Straßen hinter sich.

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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon ClarissaMorgenstern » Do 5. Nov 2009, 16:08

Katharina hat echt zu recht gewonnen!
Das ist voll schön und trurig! Wunderschön, aus dir wird mal was !xD
Jace gefĂŒhle total richtig getroffen und so^^
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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon ami » Do 5. Nov 2009, 16:44

die texte sind wirklich gut. (:
aber warum ist meiner nicht dabei?
):
Am Telefon.
Ami: Inna, du bist bekifft.
Inna: Bin ich nicht! Und jetzt sei mal still. Das Kondom hier vorne will mir einen Witz erzÀhlen.
Lisa: Egal, was sie nimmt- ich will auch.
Ami: Wenn ich nicht beide HĂ€nde voll hĂ€tte, wĂŒrde ich jetzt auflegen.
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Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Arena » Do 5. Nov 2009, 17:08

„Also je mĂ€nnlicher ein Mann ist, desto weniger sagt er?“
„Genau.“ Simon nickte. Durch das Fenster auf seiner Seite konnte Clary den feuchten Nebel erkennen, der ĂŒber dem East River lag und das Hafenviertel in einen grauen Schleier hĂŒllte. Die Fluten schimmerten in der Farbe von dunklem Blei und besaßen weiße Schaumkronen. „Das ist auch der Grund, warum die ganz harten Typen in Filmen sich gegenseitig nicht begrĂŒĂŸen, sonder einander nur zunicken. Das Nicken bedeutet: ‚Ich bin ein knallharter Typ und ich sehe, dass du auch einer bist.’ Aber sie sagen nichts, weil sie Wolverine und Magneto sind und weil es ihren Auftritt versauen wĂŒrde.“
„Ich hab keine Ahnung, wovon ihr redet“, rief Jace von der RĂŒckbank.
„Gut“, sagte Clary und erhielt von Simon dafĂŒr den Hauch eines LĂ€chelns, wĂ€hrend der den Wagen ĂŒber die Manhatten Bridge steuerte, in Richtung Brooklyn und Clarys Zuhause.

Trotz dem LĂ€cheln, das sie von Simon bekommen hatte, schielte Clary vorsichtshalber noch einmal in den RĂŒckspiegel zu Jace, um sich zu vergewissern, dass sie ihn nicht etwa verletzt hatte. Ihre Blicke trafen sich, und Jace runzelte die Stirn. „Du guckst skeptisch.“ Clary war verwirrt, doch als Jace sich zu Alec umdrehte, wurde ihr bewusst, dass er nicht mit ihr gesprochen hatte.
„Stört dich das?“, entgegnete Alec und verschrĂ€nkte die Arme vor der Brust. „Ich denke immer noch, dass das eine ganz schlechte Idee ist und wir das am besten dem Rat ĂŒberlassen sollten.“
„Vielleicht hast du ja recht“, meinte Jace und erntete dafĂŒr erstaunte Blicke, sowohl von Alec als auch von Clary und Isabelle. „Aber wo bleibt denn da der Spaß?“ Er grinste Alec an und Clary beobachtete fasziniert wie dessen Ohren langsam vom OhrlĂ€ppchen aus aufwĂ€rts rot anliefen.
„Spaß? Du wirst die ganze Sache nur so lange spaßig finden, bis unsere Mutter rausbekommt, dass wir wussten, wo sich der Kelch der Engel befindet und keinem etwas davon gesagt haben.“
„Hodge weiß doch von unserem Vorhaben und außerdem wird sie von der ganzen Sache erst erfahren, wenn wir den Kelch schon lange in unseren Fingern haben.“
„Glaubst du das spielt irgendeine Rolle?“, fragte Alec finster und ausnahmsweise war es Jace, der ein kleines bisschen blass um die Nase.

Clary war froh, als sie endlich vor ihrem Haus hielten. Der Geruch von Zitrone, der von dem Duftbaum aus Erics Bus stammte, hatte bei Clary einen Schmerz verursacht, der stetig hinter ihren SchlÀfen pochte.
Umso gieriger sog sie die kĂŒhle, feuchte Luft ein, die nach Regen und Rosen duftete. Hastig streifte sie ihre klamme Kapuze ab und ignorierte dabei die NĂ€sse aus der Luft, die verursachte, dass sich ihr Haar krĂ€uselte.
„Aaarrghhh! Das darf doch nicht wahr sein!“
Ein Schrei durchdrang die Stille und Clary drehte sich erschrocken um.
Wie sie feststellte, waren die anderen nicht minder beunruhigt. „Isabelle? Alles in Ordnung?“, fragte Alec vorsichtig und ging einen Schritt auf seine Schwester zu.
„Nein, es ist nicht alles in Ordnung!“, entgegnete Isabelle verĂ€rgert und stampfte wĂŒtend mit einem Fuß auf den Boden auf. „Sieh dir das an!“ Sie deutete auf ihr GesĂ€ĂŸteil und Simon und Jace kamen nun auch einen Schritt nĂ€her und beugten sich interessiert vor.
„Ich hab mich in irgendwas Klebriges und KrĂŒmeliges reingesetzt und jetzt ist meine Hose voll davon!“
Simon unterdrĂŒckte ein Lachen, holte aber ein Erfrischungstuch aus dem Handschuhfach. Schweigend reichte er es Isabelle, die es mit einem finsteren Blick entgegen nahm.
„Ich könnte jetzt etwas sagen, aber ich lass es lieber.“ Jace zog beide Augenbrauen hoch und betrachtete Isabelle mit einem vernichtenden Blick, ehe er sich wieder der Aufgabe widmete, Alec beim Abladen der Waffen zu helfen.
„Und ich könnte jetzt etwas werfen, aber ich lass es lieber“, entgegnete Isabelle giftig und schwang drohend das klebrig-feuchte Tuch an ihrer Seite.
Als Clary sich noch fragte, wie es sein konnte, dass ein MĂ€dchen, das es gewohnt war gegen DĂ€monen zu kĂ€mpfen, sich dermaßen ĂŒber einen Fleck auf ihrer Hose aufregen konnte, spĂŒrte sie plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter. Ruckartig drehte sie sich um - und stand nur wenige Zentimeter von Jace entfernt.
„Bevor wir jetzt da rein gehen
kann ich dich kurz sprechen?“, fragte er leise und schaute ihr dabei tief in die Augen. Clary schaute sich nervös nach Simon um, stellte aber beruhigt fest, dass er nirgends zu sehen war.
„Ok“, sie nickte und ließ es zu, dass Jace sie beiseite zog. „Was gibt’s denn?“
Als er sich zu ihr umdrehte, waren seine Augen nicht mehr golden, sondern glichen nun eher dunklerem Karamell. Clary stockte der Atem, als er sich ein wenig vorbeugte und nach ihrer Hand griff. Sie merkte, wie ihr Herz unwillkĂŒrlich schneller schlug und einen Schlag aussetzte, als er nun die andere Hand zu ihrer Wange fĂŒhrte.
„Clary, ich wollte dir noch sagen, dass ich
also wir
“, seine Stimme war etwas rauer als sonst und sie hatte das GefĂŒhl, dass langsam alles um sie herum sich zu drehen und zu verschwimmen begann, außer Jace, der sie noch immer berĂŒhrte.
Doch sie sollte nie erfahren, was er ihr sagen wollte, denn in diesem Moment ertönte lautest GebrĂŒll, das sich aber irgendwie hohl und nicht menschlich anhörte. Der Schrei der darauf folgte war jedoch eindeutig menschlichen Ursprungs. Erschrocken fuhr Clary zusammen. Durch den Schrei wurde ihre Sicht wieder geschĂ€rft. Entschlossen entriss sie Jace ihre Hand, obwohl das ihr Herz zum Bersten brachte und schaute sich stattdessen beunruhigt um.
Als sie bemerkte, dass Simon nicht in ihrer NĂ€he war und auch nicht bei Isabelle und Alec stand, wurde ihr augenblicklich flau im Magen. Und wieder verfiel ihr Herz in einen beunruhigend schnellen Rhythmus. Wenn diese Sache hier vorbei war, musste sie damit mal zum Arzt, ĂŒberlegte sich Clary. Wenn diese Sache hier jemals vorbei war.
Jace, der wie immer seine GefĂŒhle, wie es schien, an und ausstellen konnte und nun nĂŒchtern die Umgebung sondierte, fragte derzeit: „Was in aller Welt war das und wo, verdammt noch mal, ist dieser Irdische?“ Langsam und ohne das sie etwas dagegen hĂ€tte machen können, kroch ihr eine eiskalte Angst von ihrem Nacken aus in ihre Gliedmaßen. Und falls das ĂŒberhaupt noch möglich war, brachte diese Angst ihr Herz noch schneller zum Schlagen.
Alec und Isabelle runzelten die Stirn und sahen einen kurzen Augenblick lang so aus, als wĂŒssten sie nicht von wem Jace da gerade redete.
„Simon?“, fragte Isabelle verwundert, nachdem sie sich kurz umgesehen hatte. „Der wollte sich schon mal im Treppenhaus umsehen, um
“ Noch wĂ€hrend sie sprach wurde ihr bewusst, was das zu bedeuten hatte und Jace war schon in voller Kampfmontur an ihr Richtung HaustĂŒr vorbei gestĂŒrmt. Alec und Isabelle folgten ihm nach einer kurzen Schrecksekunde ebenfalls in das GebĂ€ude. Obwohl Clary nicht so schnell rennen konnte und nicht zum ersten Mal liebend gerne ihre zierliche Figur in eine athletische umgetauscht hĂ€tte, konnte sie das Anschwellen des unheimlichen Geschreis schon hören, als sie noch meterweit von der HaustĂŒr entfernt war.
Als sie kurz vor der HaustĂŒr war, war ihre Angst um Simon soweit angeschwollen, dass sie das GefĂŒhl hatte, nicht mehr richtig atmen zu können. Und als sie schließlich den ersten Schritt durch die HaustĂŒr machte, wĂŒnschte sie sich, dass sie niemals die Bekanntschaft von Jace, oder ĂŒberhaupt von der SchattenjĂ€gerwelt, gemacht hĂ€tte. Denn dass, was sie in ihrem Hausflur sah, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren.
FĂŒr einen kurzen Moment wusste Clary nicht, woher das unheimliche GebrĂŒll kam, dass sie schon vorher gehört hatte. Und auch wusste sie nicht, warum Jace, Isabelle und Alec mit rund drei dutzend Forsaken kĂ€mpften, geschweige denn wo all diese Forsaken die RitterrĂŒstungen her hatten, die sie nun trugen. Doch dann begriff sie, dass das gar keine Forsaken waren, sondern DĂ€monen. DĂ€monen, die auf den ersten Blick eine erschreckende Ähnlichkeit mit Menschen hatten. Doch bei nĂ€herer Betrachtung war eine weitere Verwechslung ausgeschlossen, denn diese Wesen hier bestanden unter ihrer RĂŒstung, wie es schien, nur aus schwarzem Rauch. Rauch, der unheimlich zwischen den Schlitzen ihrer Versiere hindurch sickerte und dann langsam nach unten glitt, aber nicht am Boden ankam, denn vorher hatte er sich schon gespenstischer Weise aufgelöst.
Clary beobachtete schockiert, wie Isabelle mit gezĂŒckter Peitsche auf einen DĂ€mon zulief, der aber ihren Peitschenhieb mit seinem Schwert abwehrte. Doch Isabelle’s Peitschenschwanz schlang sich um den Schwertgriff und mit einem Ruck war der DĂ€mon entwaffnet. Als sie dem Ungeheuer nun einen Tritt in die Seite verpassen wollte, drehte sich der DĂ€mon ĂŒberraschend geschickt zur Seite und schlug stattdessen Isabelle, noch wĂ€hrend seiner Drehung, mit einer behandschuhten Hand auf den RĂŒcken. Isabelle stieß des Schmerzes wegen einen hohen, wĂŒtenden Schrei aus. Das war eindeutig zu viel. Clary konnte mit dummen, globigen und hĂ€sslichen DĂ€monen umgehen, aber nicht mit solchen, die anscheinend weder dumm noch besonders hĂ€sslich waren und denen jeder ihrer Bewegungen eine gewisse Eleganz beiwohnte. Sie wĂ€re wahrscheinlich auf der Stelle aus Protest gegen so viel Unwirklichkeit ohnmĂ€chtig geworden, wenn nicht gerade in diesem Moment ihr Name ertönt wĂ€re. Erschrocken drehte sie sich um und sah einen dĂŒster wirkenden DĂ€mon auf sie zu schreiten, bei dem bei jedem seiner Schritte etwas von der unheimlichen Finsternis aus seinen kniehohen Stiefeln quoll. Gerade noch rechtzeitig tauchte Jace vor ihr auf und trat dem DĂ€mon mit einem seiner Stiefel krĂ€ftig in den Bauch, sodass sie sehen konnte wie sich sein Stiefelabdruck deutlich in dem Bauchpanzer abzeichnete, ehe der sich in einer Wolke aus schwarzem Rauch, mitsamt dem DĂ€mon, auflöste. Bevor er jedoch vollstĂ€ndig verschwunden war, stieß er einen tiefen, anklagenden Laut aus, der zumindest die nichtmenschlichen Töne erklĂ€rte.
„Wo ist Simon?“, Clary konnte die Sorge um ihn nicht lĂ€nger unterdrĂŒcken und platze nun mit ihrer dringlichsten Frage heraus.
„Kein Problem Clary. Ich habe dich natĂŒrlich gerne gerettet. Du brauchst dich nicht zu bedanken. Mir geht gut. Aber schön, dass du dir um mich Sorgen machst“, meinte Jace stattdessen, wĂ€hrend er sein linkes Bein ausschĂŒttelte, sodass sich die Muskeln von dem Tritt erholten.
Oh. Er hatte ihr wahrscheinlich gerade das Leben gerettet und sie bedankte sich noch nicht einmal - aber wo war Simon?
Als Jace ihren besorgten Blick in alle Richtungen bemerkte, seufzte er und verdrehte die Augen. „ Deinem Irdischen geht es gut. Alec hat ihn vor die TĂŒr geschickt bevor er in noch mehr Schwierigkeiten geraten konnte. Dieser Idiot wollte es anscheinend mit dieser Horde Bestien alleine aufnehmen.“
Erleichterung. Clary fiel ein Stein vom Herzen, als sie hörte, dass es Simon gut ging. Nun begutachtete sie ihre Umgebung mit einem etwas wacheren Blick.
Isabelle und Alec schlugen sich zwar gut und konnten es mit zwei oder drei gleichzeitig aufnehmen, doch es waren viel zu viele. Und wie es schien kamen immer mehr. Zu Clarys großem Entsetzen wurden die DĂ€monen nicht weniger, sondern immer mehr. Als sie sich nach der Quelle des Grauens umschaute, wurde ihr schwindlig, als sie sah, dass es sich dabei um die Wohnung von Madame Dorothea handelte.
Das war doch mal wieder klar. Die DĂ€monen hielten sie nicht nur auf, sie kamen auch daher wo sie hinwollten. Es musste doch noch einen einfacheren und vor allem schnelleren Weg geben um diese Monster aufzuhalten. WĂ€hrend Jace sich wieder in das KampfgetĂŒmmel gestĂŒrzt hatte, beobachtete sie das Gefecht.
Jace lieferte sich gerade mit zwei DĂ€monen gleichzeitig einen Kampf und erledigte den einen indem er einen Salto schlug und dabei mit seinen FĂŒĂŸen den Kopf des DĂ€mons wegkickte. Der andere hatte anscheinend bei Jace Manöver dazu gelernt und schlug ĂŒber Jace hinweg ebenfalls einen Salto, als dieser ihm einen Schwerthieb verpassen wollte und packte ihn dabei bei den Schultern. Jace fiel auf den Boden, doch als das Monster sich ihm wieder nĂ€hern wollte, kickte ihm Jace in die Kniekehlen. Als Der DĂ€mon mit dem Grund in BerĂŒhrung kam, löste er sich sofort in Rauch auf. Da machte es bei Clary Klick.
„Schubst die DĂ€monen um!“
Alle drei KĂ€mpfer drehten ihr irritiert den Kopf zu.
„Wir kĂ€mpfen hier auf Leben und du Tod und dir fĂ€llt nichts Besseres ein als sie umzuschubsen?“, fragte Alec unglĂ€ubig.
„Nein, ihr versteht nicht. Sobald dieses schwarze Zeug mit dem Boden in BerĂŒhrung kommt, löst es sich auf. Und die DĂ€monen bestehen aus ihm.“ Alle drei starrten sie mit offenen MĂŒndern an. „Na das nenne ich mal scharfsinnig“, meinte Jace und setzte Clarys Idee sofort in die Tat um. Als sich ihre Theorie bewahrheitet hatte, teilten auch Isabelle und Alec SchlĂ€ge und Tritte aus, die die DĂ€monen zu Fall brachten. Innerhalb von wenigen Momenten waren die meisten Ungeheuer erledigt und die restliche Meute zog sich in Dorotheas Wohnung zurĂŒck.
Jace und die anderen stĂŒrmten ihnen sofort hinterher – und sahen gerade noch wie die DĂ€monen in ihrer Eile aus dieser Welt zu flĂŒchten den Tisch mit Dorotheas Karten umstießen und diese mit einem Rascheln und mit einem Wirbel aus Farben mit in das Portal gezogen wurden.
„ Das“, sagte Jace nachdem der ganze Tumult vorĂŒber war,“ war mal wieder klar.“
Es herrschte betretende Stille. Wie konnten sie nur so ein Pech haben?
Clary trat entschlossen einen Schritt auf das Portal zu.
„ Ich weiß zwar nicht was ihr vorhabt, aber ich werde den Kelch der Engel nicht einfach diesem wandelnden Rauch ĂŒberlassen. Und“, fĂŒgte sie hinzu, „Madame Dorothea ist vielleicht auch noch am Leben und die Dinger haben sie in ihre Welt verschleppt.“
Als sie sich umdrehte starrten sie Alec und Isabelle in wenigen Minuten das zweite Mal unglĂ€ubig an. FĂŒr sie war es anscheinend undenkbar, dass eine Irdische Mut und Gerissenheit zeigen konnte. Besonders wenn diese Irdische ihnen nur bis zu ihrem Bauchnabel ging.
Jace dagegen musterte sie abschĂ€tzend mit hochgezogenen Augenbrauen. Schließlich kam er zu dem Entschluss, dass sie die ganze Sache tatsĂ€chlich ernst meinte.
„Gut. Dann wĂ€re die Sache also geklĂ€rt.“, verkĂŒndete er, zog eine weiter Seraph-Klinge aus seinem GĂŒrtel und schritt gemeinsam mit Clary auf das Portal zu.

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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon ClarissaMorgenstern » Do 5. Nov 2009, 18:21

Das is auch voll gut^^
Die charaktere hast du total gut getroffen
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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Stern » Fr 6. Nov 2009, 21:29

Ich mag Amis.

Die anderen sind auch gut.
Es tut mir Leid!
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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon ClarissaMorgenstern » Sa 7. Nov 2009, 19:19

Wer hat davon jetzt eigentlich gewonnen? xD
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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Stern » Mo 9. Nov 2009, 16:54

Hier:
Das Treffen mit Cassandra Clare in MĂŒnchen (14. November) gewinnen:
Nina D. fĂŒr ihre Zeichnungen, eingereicht im Kreativwettbewerb
Katharina H. fĂŒr das Eiffelturm-Foto
und Leonie N. fĂŒr ihre Geschichte ĂŒber Valentin

Ein Buchpaket mit 5 Arena-BĂŒchern nach Wahl gewinnen:
Noemi H. fĂŒr „Jocelyns Geschichte“
Katrin G. und Nicole G., die sich mit ihren Fotos „Pferd“ und „Irland“ den dritten Platz teilen
und Giannina A. und Ka-Yam C., die sich mit ihren BeitrĂ€gen „Wallpaper Jace&Clary“ und „Kalender“ im Kreativwettbewerb Platz zwei teilen.

Die signierte Buchreihe gewinnen:
Christina H. fĂŒr ihr „WasserdĂ€monen“-Foto
Fe M. fĂŒr ihre DĂ€monen-Fotomontage (Kreativwettbewerb)
und Katharina S. fĂŒr ihre Geschichte um Jace und Clary

Unter Vorbehalt. Ich weiß nciht, ob ich das so veröffentlichen darf.
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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon ami » Sa 14. Nov 2009, 18:23

jihaa...(:
da is' ja auch endlich meiner.
hat spaß gemacht, auch wenn ich nicht gewonnen haben. ♄
Am Telefon.
Ami: Inna, du bist bekifft.
Inna: Bin ich nicht! Und jetzt sei mal still. Das Kondom hier vorne will mir einen Witz erzÀhlen.
Lisa: Egal, was sie nimmt- ich will auch.
Ami: Wenn ich nicht beide HĂ€nde voll hĂ€tte, wĂŒrde ich jetzt auflegen.
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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Stern » So 22. Nov 2009, 20:21

Ja.
Auch wenn ich mich soo geÀrgert hab':
Was bringt's?
Neue Chancen ergeben sich,
dadurch auch neues GlĂŒck!
Das von Veronica find' ich gut!
Es tut mir Leid!
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Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Madlene P. » So 13. Dez 2009, 13:52

Die Liebe zum Feind

Sexy, weiblich und ĂŒbersinnlich hĂŒbsch saß sie wartend am Seeufer. Ob sie wohl auf mich wartete? Ihre braunen Knopfaugen waren auf das schimmernde Licht, des Mondes, die auf der WasseroberflĂ€che tĂ€nzelte gerichtet. Ihre pechschwarzen Haare wehten, im kĂŒhlen Nachtwind und ihre Statur gab völlige Erschrockenheit zum Vorschein, als sie mich erblickte. Meine Haare klebten im Nacken und mein Herz donnerte, wie eine Herde Wildpferde in meiner Brust. Das Gepfeife des schwĂŒlen Windes drang in mein Ohr und ĂŒbertrumpfte so das pochende GefĂŒhl meines Herzens, das schmerzend gegen meine Rippen knallte. Ein GefĂŒhl von SchwĂ€che, grub sich einen Weg in meine Magengegend und ich versuchte irritiert zu wirken, als ich auf sie zuging. Ihr Gesicht war immer noch so wunderschön, wie als ich es zum letzten Mal begutachten durfte. PrĂŒfend zog sie ihre Augenbrauen hoch und formte ihr LĂ€cheln zu einem Schmollmund. „Lucia“, stöhnte ich leicht benommen. (...)

Hi :)
Also den Text finde ich auch gut. Zwar hast du nicht ĂŒber Clary und Jace geschrieben aber das mit der Werwölfen und Vampiren mag ich. Ich finde du hast in so einen bestimmten Schreibstil geschrieben. Also deinen eigen. Ich finde es schön.
Die anderen haben gar nichts unter die Texte geschrieben, das finde ich blöd :D
Maddie :)
Madlene P.
 

Re: Gewinnspiel - Schreibwettbewerb

Beitragvon Stern » Mo 14. Dez 2009, 17:03

Madlene P. hat geschrieben:Hi :)
Also den Text finde ich auch gut. Zwar hast du nicht ĂŒber Clary und Jace geschrieben aber das mit der Werwölfen und Vampiren mag ich. Ich finde du hast in so einen bestimmten Schreibstil geschrieben. Also deinen eigen. Ich finde es schön.
Die anderen haben gar nichts unter die Texte geschrieben, das finde ich blöd :D
Maddie :)



Das verstehe ich nicht...
Ich meine, was der letzte Satz bedeuten soll.
Vllt stehe ich ja auch nur auf dem Schlauch...:'D
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